Kellyanne Conway | Bildquelle: AFP

Trump-Beraterin Conway Das Märchen vom "Bowling-Green-Massaker"

Stand: 03.02.2017 17:30 Uhr

Wie lassen sich die massiv kritisierten US-Einreisebeschränkungen rechtfertigen? Trump-Beraterin Kellyanne Conway erfindet im Interview mit einem Fernsehsender dafür einfach mal ein Massaker - was es nie gegeben hat. Inzwischen ruderte sie zurück, will etwas anderes gemeint haben.

Die Trump-Regierung wird nach dem Einreiseverbot für Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern massiv kritisiert - national wie international. Trump-Beraterin Kellyanne Conway hat das Verbot nun mit einem angeblichen Massaker durch irakische Flüchtlinge in Bowling Green in Kentucky verteidigt.

Nur: Das Massaker, das Conway zur Rechtfertigung heranzieht, hat es nie gegeben. Conway verweist im Interview mit dem Nachrichtensender MSNBC auf das "Bowling Green Massaker", bei dem irakische Flüchtlinge in Kentucky US-Amerikaner getötet haben sollen. Wörtlich sagt sie: "Ich wette, dass es den Leuten völlig neu ist, dass Präsident Obama ein sechsmonatiges Verbot des irakischen Flüchtlingsprogramms angeordnet hatte, nachdem zwei Iraker in dieses Land gekommen und radikalisiert worden waren und die Drahtzieher des Massakers von Bowling Green waren." Die Medien hätten das nicht berichtet, so Conway.

Tatsächlich aber ist die Aussage Conways frei erfunden: Zwar wurden in Bowling Green 2011 zwei Iraker festgenommen und auch 2013 wegen "terroristischer Aktivitäten gegen US-Soldaten im Irak" verurteilt und Präsident Obama ordnete eine Überprüfung irakischer Flüchtlinge an. Einen Anschlag in Bowling Green aber hat es nachweislich ebenso wenig gegeben wie ein Einreiseverbot für Iraker unter Obama.

Conway will es nicht so gemeint haben...

Conway selbst ruderte zurück, nachdem mehrere Medien die Lüge aufgegriffen hatten. Sie twitterte, sie habe nicht von "Massaker", sondern von "Terroristen" sprechen wollen.

Kellyanne Conway @KellyannePolls
On @hardball @NBCNews @MSNBC I meant to say "Bowling Green terrorists" as reported here:
https://t.co/nB5SwIEoYI

Conway, die eine der wichtigsten Beraterinnen von US-Präsident Donald Trump ist, hatte zuletzt Aufsehen erregt, als sie gegenüber dem Sender NBC eine offensichtliche Falschaussage des Weißen Hauses über die Zahl der Teilnehmer bei Trumps Vereidigung als "alternative Fakten" deutete.

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