Melania Trump, Donald Trump und Xi Jinping  | Bildquelle: REUTERS

Trump in China Konflikte hinter blumigen Worten

Stand: 08.11.2017 11:34 Uhr

In Peking will US-Präsident Trump mit dem chinesischen Präsidenten Xi vor allem über Nordkorea sprechen. Die Haltung der US-Regierung dabei ist klar: Sie fordert mehr Druck auf Pjöngjang. Konfliktpotenzial haben auch die Handelsbeziehungen beider Länder.

Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Konflikte hinter blumigen Worten zu verstecken - kaum jemand kann das so gut wie chinesische Diplomaten. Cui Tiankai zum Beispiel: "Wenn wir es schaffen, dass die chinesisch-amerikanischen Beziehungen gesund und stark bleiben, können die beiden Länder bei allen Fragen eng zusammenarbeiten und Probleme lösen."

Cui ist Chinas Botschafter in den USA. In den vergangenen Wochen betonte er immer wieder, wie gut die Beziehungen zwischen beiden Staaten seien - trotz der zu lösenden Probleme. Mit denen meinte er auch die vielen offenen wirtschaftspolitischen Streitpunkte: Da wären zum Beispiel der enorme Handelsüberschuss Chinas, der Technologieklau, den US-Firmen den Chinesen immer wieder vorwerfen und die zunehmende Abschottung des chinesischen Marktes.

"Deals im Vordergrund"

Diese und andere Probleme sind seit Langem bekannt. Beim Peking-Besuch Donald Trumps werden sie aber wohl keine große Rolle spielen. In Chinas Staatsmedien jedenfalls kommen sie so gut wie gar nicht zur Sprache. Und auch Kenneth Jarret von der US-Handelskammer AmCham in Shanghai sieht andere Themen im Vordergrund. "Es sieht so aus, dass sich beide Seiten auf echte Ergebnisse konzentrieren wollen. Also: Man wird Verträge unterschreiben und konkrete Deals vereinbaren. Diese Deals sind gut für die US-Exportwirtschaft. Und das passt zu Trumps Wahlkampfversprechen."

Trump bei der Ankunft in China | Bildquelle: dpa
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Freundlicher Empfang: Trump bei der Ankunft in Peking.

Zu Trumps Wahlkampfversprechen gehörte auch, sich Chinas vermeintlich unfaire Handelspraktiken vorzuknöpfen. Geblieben ist davon nicht viel. Nur in einem Bereich geht die US-Regierung konkret gegen Chinas Wirtschaftspolitik vor: Sie lässt untersuchen, inwiefern US-Firmen in China von Technologieklau betroffen sind. Bis diese Studie vorliegt, werden aber noch viele Monate vergehen.

Ansonsten ist von der aggressiven Wahlkampf-Rhetorik Trumps nichts mehr zu spüren. "Die USA haben keine 45-prozentigen Strafzölle erhoben. Trump hat China auch nicht als Währungsmanipulator bezichtigt. Stattdessen respektiert er Staats- und Parteichef Xi Jinping. Die beiden scheinen gut miteinander auszukommen", so Jarret.

Sojabohnen, Flüssiggas und Finanzdeals

Deswegen wird erwartet, dass die beiden statt über Handelskrieg und Strafzölle vor allem über Sojabohnen, Flüssiggas und Finanzdeals sprechen werden. Und über Flugzeuge, die der US-Konzern Boeing chinesischen Airlines verkaufen möchte. "Es geht der Trump-Regierung wohl vor allem um diese Geschäftsabschlüsse. Das scheint wichtiger zu sein, als über langfristige Fragen des Marktzugangs nachzudenken", sagt Jarret.

China und USA vereinbaren Geschäfte über neun Milliarden US-Dollar

Bei Trumps Besuch in Peking sind bereits eine Reihe von Wirtschaftsabkommen mit einem Umfang von neun Milliarden US-Dollar unterzeichnet worden. Weitere würden folgen, sagte US-Handelsminister Wilbur Ross nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur China News. Chinas Vizepremier Wang Yang ergänzte, es sei nur ein "Aufwärmen": "Die beste Show folgt morgen." 19 Abkommen seien in Bereichen wie Luftverkehr, Biotechnologie und Künstliche Intelligenz geschlossen worden, berichtete China News.

Viele Experten kritisieren, dass China nicht mehr auf der Prioritätenliste des US-Präsidenten stehe. Und auch der Chef der US-Handelskammer in Shanghai vermisst eine China-Strategie der US-Regierung. "Unsicherheit. Dieses Wort hört man oft, wenn über Trumps China-Reise und seine Regierung generell gesprochen wird. Vor allem aber die Wirtschafts-Community mag keine Unsicherheit. Dort wüsste man gerne, wo es lang geht."

Trump in Peking: Amerikanisch-chinesisches Verhältnis
nachtmagazin 00:00, 09.11.2017, Ulrich Mendgen, ARD Tokio

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Konflikte hinter blumigen Worten
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
08.11.2017 15:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 08. November 2017 tagesschau24 um 11:00 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr sowie Deutschlandfunk um 12:00 Uhr.

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