Annäherung zwischen Peking und Taipeh China und Taiwan tauschen erstmals Spione

Stand: 30.11.2015 13:41 Uhr

Das Verhältnis zwischen China und Taiwan ist weiter angespannt, doch offenbar schreitet die Annäherung voran: Wie erst jetzt bekannt wurde, tauschten beide Länder bereits vor Wochen erstmals inhaftierte Spione aus. Taipeh hofft jetzt auf weitere Ergebnisse.

China und Taiwan haben erstmals inhaftierte Agenten ausgetauscht. Die Regierung in Peking ließ nach Angaben des taiwanischen Militärgeheimdienstes zwei Agenten frei, die seit 2006 wegen Spionage in der Volksrepublik in Haft saßen.

Im Gegenzug entließ Taiwan einen chinesischen Doppelagenten, der zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden war und seit 16 Jahren im Gefängnis saß. Der Austausch habe bereits vor dem historischen Treffen von Chinas Präsident Xi Jinping und Taiwans Staatschef Ma Ying Jeou vor gut drei Wochen stattgefunden, teilte die Regierung in Taipeh mit.

Ma hofft nun auf weitere Fortschritte im bilateralen Verhältnis, wie sein Sprecher erklärte. "Freundschaftliche Interaktionen" wie der Agentenaustausch könnten zu weiteren "konkreten Ergebnissen" führen.

Taiwans Präsident Ma und Chinas Präsident Xi schütteln sich die Hände | Bildquelle: REUTERS
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Taiwans Präsident Ma und Chinas Präsident Xi. Die Regierung in Taipeh setzt auf ein engeres Verhältnis zu China.

Verhandlungen bereits 2013?

Unbestätigten Medienberichten aus dem Jahr 2013 zufolge hatte es bereits damals Gespräche zwischen China und Taiwan über den Austausch inhaftierter Geheimdienstagenten gegeben. Die Gespräche seien aber abgebrochen worden, nachdem Taipeh die Freilassung der beiden nun entlassenen Agenten gefordert habe.

Im September hatte ein taiwanisches Gericht einen Chinesen zu vier Jahren Haft verurteilt, weil er dem Urteilsspruch zufolge örtliche Militärbeamte als Spione für Peking anwerben wollte. 2011 war zudem ein taiwanischer Armeegeneral und Chef einer Geheimdiensteinheit zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er für China spionierte. Es war einer der größten Geheimdienstskandale Taiwans.

China betrachtet die dem Festland vorgelagerte Insel Taiwan seit der Revolution von 1949 als abtrünnige Provinz und strebt eine Wiedervereinigung zu seinen Bedingungen an. 1992 fanden Peking und Taipeh einen Konsens. Demzufolge akzeptieren beide Seiten, dass es nur "ein China" gibt, interpretieren es aber jeder auf seine Weise.

Bessere Beziehungen seit der Wahl von Ma

Die angespannten Beziehungen verbesserten sich deutlich seit der Wahl von Ma im Jahr 2008. Bei der Präsidentschaftswahl im Januar, zu der Ma nicht erneut antritt, wird mit einer Niederlage seiner Kuomintang-Partei (KMT) und einem Sieg der oppositionellen Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) gerechnet. Diese betonte stets die Unabhängigkeitsbestrebungen der Insel.

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