Smog in Peking | Bildquelle: REUTERS

Extremer Smog in Peking Kein Durchatmen, kaum Durchblick

Stand: 01.12.2015 10:52 Uhr

Chinas Behörden reagieren nur schleppend auf den anhaltenden Smog in Peking. Die Einwohner sollen wenn möglich zuhause bleiben, tausende Fabriken sind geschlossen. Doch der Verkehr rollt fast ungebremst weiter, die Luftverschmutzung bleibt extrem.

In Peking haben die Behörden die Menschen aufgerufen, nicht vor die Tür zu gehen oder falls doch Atemmasken zum Schutz zu tragen. Schulen strichen ihre Aktivitäten im Freien. Zahlreiche Fabriken hätten ihre Produktion zwar weiter heruntergefahren, teilten staatliche Stellen mit. Die Rede ist von mehr als 2000 Produktionsstätten. Aber der Straßenverkehr in der Hauptstadt läuft uneingeschränkt weiter. Die höchste Alarmstufe "Rot" mit Fahrbeschränkungen wurde nicht ausgerufen.

Allerdings wurde eine Reihe von Autobahnabschnitten im Zentrum, Osten und Süden des Landes wegen der Sichtbehinderungen gesperrt. Viele Einwohner Pekings kritisierten die Behörden und fragten sich, wie schlimm die Luftverschmutzung noch werden muss, bevor weitergehende Maßnahmen ergriffen werden.

Smog-Wolke verdunkelt Peking
tagesschau24 09:30 Uhr, 01.12.2015

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Die Luftverschmutzung hat in den vergangenen Tagen Spitzenwerte erreicht. In der Hauptstadt Peking kletterten die Werte für den besonders gesundheitsgefährdenden PM2,5-Feinstaub nach Angaben der US-Botschaft auf mehr als 560 Mikrogramm pro Kubikmeter. Es ist der bisher höchste Wert in diesem Jahr.

Auch in mehreren Städten der Nachbarprovinz Hebei lagen die Feinstaubwerte nach amtlichen Statistiken bei mehr als 500 Mikrogramm.

Smogalarm in Peking
tagesschau 07:00 Uhr, 30.11.2015

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Warnstufe "Orange"

Peking hatte bereits am Wochenende unter einer dichten Dunstglocke gelegen. "Man kann noch nicht einmal Leute sehen, die direkt vor einem stehen", schrieb ein Internetnutzer im Onlinenetzwerk Sina Weibo. Die Behörden riefen die Warnstufe "Orange" aus.

Besonders kleine Feinstaubpartikel mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometer können beim Einatmen bis in die Lungenbläschen gelangen und sind für die menschliche Gesundheit hochriskant. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass ein Grenzwert von durchschnittlich 25 Mikrogramm PM2,5-Feinstaub über den Tag verteilt nicht überschritten werden soll.

Arbeitsbedingungen in Peking für ARD-Team | Bildquelle: Mario Schmidt
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ARD-Fernsehteam in Peking: Arbeiten bei Smogwerten "beyond index".

Dramatische Umweltverschmutzung

In China wird die zunehmende Umweltverschmutzung inzwischen für Hunderttausende Todesfälle verantwortlich gemacht, etwa durch Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Lungenkrebs. Die größten Luftverschmutzer sind Kohlekraftwerke, Industrieanlagen und der mit dem wachsenden Wohlstand rasant zunehmende Autoverkehr.

Beim UN-Klimagipfel in Paris ist China als der größter Emittent von klimaschädlichen Gasen ein zentraler Akteur. Von seinen Zusagen hängt auch das Verhalten anderer wichtiger Länder ab. Im Juni hatte Peking angekündigt, seine CO2-Emissionen ab 2030 nicht mehr zu steigern.

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