Das Logo des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. | Bildquelle: REUTERS

Chinas Kurznachrichtendienst Weibo verbannt homosexuelle Inhalte

Stand: 14.04.2018 13:18 Uhr

Mit einer "Säuberung" will Chinas Kurznachrichtendienst Weibo seine Inhalte kontrollieren: Sie sollen nicht nur auf "blutige Gewalt", sondern auch auf Homosexualität überwacht werden. Die Reaktion der Community folgte prompt.

Drei Monate lang will der chinesische Kurznachrichtendienst Weibo seine Inhalte sehr genau kontrollieren und "säubern". In den jetzt veröffentlichten neuen Richtlinien heißt es, die Plattform werde Comics, Spiele, Texte und Videos sehr genau auf Pornografie, "blutige Gewalt" und Homosexualität hin überwachen.

Homosexualität immer noch ein Tabu

In China ist Homosexualität seit 1997 legal, seit dem Jahr 2001 wird sie nicht mehr als psychische Krankheit geführt. Gleichwohl sehen sich Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle (LGBT) immer noch mit einem Tabu belegt. Nach einer Studie des Pew-Instituts glaubten 2013 nur 21 Prozent der Chinesen, dass die Gesellschaft Homosexualität akzeptiere.

Noch immer drängen jedoch viele Familien ihre homosexuellen Angehörigen in Krankenhäuser, um sie "behandeln" zu lassen. Bei sogenannten "Umwandlungstherapien" werden den "Patienten" laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) unbekannte Medikamente verabreicht.

User reagierten mit #Ichbinschwul

Die "Säuberung" in dem chinesischen Netzwerk diene dazu, "ein heiteres und harmonisches Community-Umfeld" zu schaffen. Internetnutzer reagierten mit dem Hashtag "#Ichbinschwul". Solche Posts kamen in wenigen Stunden auf 130 Millionen Clicks und 135.000 Kommentare.

"Als ein Mitglied dieser Gruppe bin ich stolz, bin ich glorreich ... ich weigere mich, diskriminiert oder missverstanden zu werden", schrieb ein User.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. April 2018 um 13:00 Uhr.

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