Rettungsaktion nach Erdrutsch in China | Bildquelle: REUTERS

Erdrutsch in China Suche läuft - Hoffnung schwindet

Stand: 25.06.2017 13:12 Uhr

Anderthalb Tage nach dem Erdrutsch in der westchinesischen Provinz Sichuan schwindet die Hoffnung, Überlebende zu finden. Zehn Tote sind bislang bestätigt. Die Zahl wird aber noch steigen, denn mehr als 100 Menschen werden vermisst.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Dort, wo sich bis Samstag früh das Dorf Xinmo befand, geht der Großeinsatz der Rettungsteams weiter. Tausende Helfer graben auf der Geröllwüste nach Verschütteten - mit Baggern, Kränen und Bulldozern und mit den bloßen Händen. Auch Spürhunde sind im Einsatz. Angehörige trauern um ihre Familienmitglieder, die irgendwo unter den Gesteinsmassen liegen.

Angehörige trauern um die Opfer des Erdrutsches in China. | Bildquelle: dpa
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Die Trauer ist groß. Viele Dorfbewohner vermissen Angehörige und müssen damit rechnen, dass sie das Unglück nicht überlebt haben.

Rund acht Millionen Kubikmeter Geröll, Schlamm und Gestein haben das Dorf in der Provinz Sichuan ausgelöscht. Mehr als 60 Häuser wurden von den Schlammmassen begraben.

"Ich ging nach draußen, spürte diesen enormen Wind, und dann sah ich schon das Wasser auf unser Haus zuströmen", sagt einer der wenigen Überlebenden, ein schwer verletzter Familienvater, der in einem Krankenhaus liegt und von einem lokalen Fernsehsender interviewt wurde. "Ein Felsbrocken krachte in unser Wohnzimmer. Wir sind dann langsam ins Freie gekrochen, mit unserem Baby im Arm, und wir konnten davonlaufen. Bewohner aus einem Nachbardorf haben sich um das Baby gekümmert und uns etwas zum Anziehen gegeben."

Suche nach Überlebenden geht weiter
tagesschau 20:00 Uhr, 25.06.2017

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Verschüttetes Dorf bei Touristen beliebt

Das Dorf Xinmo war bei Touristen aus anderen chinesischen Provinzen als Reiseziel beliebt. Gut möglich also, dass unter den vielen Opfern auch Menschen aus anderen Landesteilen sind. Von Seiten der Helfer und auch von den Behörden hieß es immer wieder, man werde nicht aufgeben und weiter nach Überlebenden suchen. Aber die Hoffnung schwindet.

Die Erdmassen hatten sich am Samstag gegen 6.00 Uhr von einem Berghang oberhalb des Dorfes gelöst. Tagelang hatte es teils sehr heftig geregnet. Die Unglücksstelle liegt etwa 200 Kilometer entfernt von Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan.

Nicht nur im Südwesten Chinas regnet es weiter in Strömen, auch in vielen anderen Landesteilen machen die Sommerregen Millionen Menschen zu schaffen.

Weitere Unglücke sehr wahrscheinlich

In der weiter östlich gelegenen Provinz Jiangxi sagte Li Xiaogang, der stellvertretende Leiter einer Katastrophenschutzbehörde: "Die Wasserstände von Flüssen und Seen sind schon jetzt relativ hoch. Viele Böden sind aufgeweicht und es regnet weiter. Deswegen ist es sehr wahrscheinlich, dass wir weitere Unglücke erleben werden."

In den nächsten drei Tagen wird in mehreren Provinzen mit weiteren heftigen Regenfällen gerechnet. Chinas nationales Wetteramt in Peking hat inzwischen für das ganze Land die zweithöchste Unwetter-Warnstufe ausgerufen.

Nach Erdrutsch kaum mehr Hoffnung auf Überlebende
S. Wurzel, ARD Shanghai
25.06.2017 12:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 25. Juni 2017 die tagesschau um 13:15 Uhr und Deutschlandfunk um 13:23 Uhr.

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