Auto rast in Charlottesville in eine Menschenmenge. | Bildquelle: AP

Neonazi-Marsch in den USA FBI ermittelt in Charlottesville

Stand: 13.08.2017 10:49 Uhr

Nach dem Tod einer Frau bei Protesten gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten in Charlottesville ermittelt nun das FBI. Ein Auto war offenbar absichtlich in eine Menschenmenge gesteuert worden.

Die US-Bundespolizei FBI hat die Ermittlungen zu dem tödlichem Angriff mit einem Auto in Charlottesville im Bundesstaat Virginia übernommen. Der Fall werde als möglicher Verstoß gegen die Bürgerrechtsgesetze behandelt, teilte das FBI mit. Es gehe um ein mögliches Hassverbrechen.

Als Verdächtigen nahm die Polizei einen 20-Jährigen in Gewahrsam. Er soll sein Auto vorsätzlich in eine Gruppe von Menschen gesteuert haben, die gegen eine Kundgebung von rechtsextremen und teils rassistischen Gruppen in Charlottesville protestiert hatten. Bei dem Angriff mit dem Auto wurde eine Frau getötet, Dutzende weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

FBI übernimmt Ermittlungen nach Ausschreitungen in Charlottesville
tagesschau 20:00, 13.08.2017, Verena Bünten, ARD Washington

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"Unsere zentralen Werte verraten"

US-Justizminister Jeff Sessions verurteilte die Tat: "Die Gewalt und die Toten in Charlottesville treffen das Herz der amerikanischen Justiz und Gerechtigkeit." Wenn Handlungen aus rassistischen Motiven und Hass verübt würden, könne das nicht toleriert werden. "Sie verraten unsere zentralen Werte."

An der Kundgebung unter dem Motto "Vereinigt die Rechte" hatten schätzungsweise mehrere Tausend Menschen aus verschiedenen ultrarechten Gruppen teilgenommen, so Angehörige der Alt-Right-Bewegung, Neonazis und Ku-Klux-Klan-Anhänger, darunter auch deren ehemaliger Führer David Duke.

Zwei Tote bei Hubschrauberabsturz

Mehrere Kundgebungsteilnehmer waren mit Baseballschlägern gekommen, schon Stunden vor der Veranstaltung kam es zu heftigen Prügeleien mit Gegendemonstranten. Am Rande der Proteste stürzte ein Polizei-Hubschrauber ab. Zwei Menschen kamen ums Leben.

Anlass für die Demonstration der Rechtsextremisten war ein Stadtratsbeschluss, eine Statue des Konföderierten-Generals Robert E. Lee aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861 bis 1865) zu entfernen. Lee führte die Südstaaten-Truppen, die für die Sklaverei eintraten.

Das rund 50.000 Einwohner zählende Charlottesville gilt als liberale Stadt. Bei der Präsidentenwahl 2016 stimmten die Bewohner mit überwältigender Mehrheit für die demokratische Bewerberin Hillary Clinton.

Rechtsextremisten und Gegendemonstranten in Charlottesville | Bildquelle: REUTERS
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Rechtsextremisten und Gegendemonstranten in Charlottesville: Die Proteste in der US-Stadt sind eskaliert.

Massive Kritik an Trump

US Präsident Donald Trump verurteilte die Gewalteskalation. Er sprach von einer "entsetzlichen Demonstration von Hass, Bigotterie und Gewalt von vielen Seiten - von vielen Seiten". Recht und Gesetz müssten schnellstens wieder hergestellt werden. Dass der Präsident nicht explizit den Rechtsextremismus verurteilte, sorgte für heftige Empörung.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 13. August 2017 um 09:00 Uhr.

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