Demonstranten in Charlotte | Bildquelle: dpa

North Carolina Zweite Nacht der Gewalt in Charlotte

Stand: 22.09.2016 08:52 Uhr

In der Nacht ist es in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina erneut zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei setzte Blendgranaten und Tränengas gegen die Demonstranten ein. Um den Tod des Schwarzen Lament herrscht weiter Verwirrung.

Von Rolf Büllmann, ARD-Studio Washington

Es war ein anfänglich friedlicher Protest in Charlotte, der dann sehr schnell eskalierte. Vor einem Hotel in der Stadtmitte kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Randalierern und der Polizei, die Tränengas einsetzte. Das führte wiederum dazu, dass die Zuschauer live im Fernsehen verfolgen konnten, wie Demonstranten und Reporter um Atem ringen mussten. Hustend berichten Menschen davon, mehrfach mit Tränengas beschossen worden zu sein.

Die Stimmung war danach sehr angespannt und unübersichtlich. Die Polizei nutzte Blendgranaten und immer wieder Tränengas, um die Demonstranten zurückzudrängen. Fensterscheiben wurden eingeschlagen, Randalierer warfen Flaschen und Steine auf die Polizei, Geschäfte wurden geplündert. Ein Reporter von CNN wurde während seiner Live-Schalte von einem Mann zu Boden gestoßen. Der Reporter blieb unverletzt.

Ausnahmezustand wegen Protests gegen Polizeischüsse in Charlotte
tagesschau 17:00 Uhr, 22.09.2016, Ina Ruck, ARD Washington

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Gerücht über einen Toten heizte Stimmung an

Die Stimmung war auch so angespannt, weil die Stadtverwaltung von Charlotte kurz zuvor fälschlicherweise mitgeteilt hatte, bei dem Zwischenfall vor dem Hotel sei ein Mann erschossen worden. Später korrigierte sie sich: Der Mann sei zwar schwer verletzt, aber noch am Leben.

Die Polizei betonte von Anfang an, dass kein Polizist den Schuss abgegeben habe. Es sei ein "Zivilist" gewesen. Die Situation eskalierte so weit, dass Pat McCrory, der Gouverneur von Charlotte, den Notstand für die Stadt ausrief und sowohl die Nationalgarde als auch die Staatspolizei ausrücken ließ: "Wir können Gewalt und die Zerstörung von Eigentum und Angriffe auf Polizeibeamte nicht tolerieren", sagte er.

Demonstranten in Charlotte | Bildquelle: AP
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"Keine Gerechtigkeit - kein Frieden" und "Black Lives Matter" steht auf den Transparenten der Demonstranten, die hier eine Hauptverkehrsstraße von Charlotte blockieren.

Verwirrung um Tod von Keith Lament Scott

Bürgerrechtler riefen dazu auf, die Gründe für den Protest nicht zu vergessen: die immer wiederkehrenden Fälle von Polizeigewalt gegen schwarze Männer. Reverend William Barber, der Vorsitzende der Bürgerrechtsorganisation NAACP in North Carolina, wies darauf hin, dass es noch immer Fragen gebe zum Tod von Keith Lamont Scott.

Scott war vorgestern von der Polizei in Charlotte erschossen worden. Laut Polizei war er bewaffnet, und es wurde auch eine Waffe bei ihm gefunden. Seine Familie beharrt aber darauf, er habe nur ein Buch in der Hand gehabt. Scotts Tod war der Auslöser für die Proteste in Charlotte. Die, so Reverend Barbar, müssten aber unbedingt friedlich bleiben: "Den Demonstranten sagen wir: Ihr habt das Recht, Transparenz einzufordern. Den Provokateuren aber sagen wir: Ihr dient nicht der Gerechtigkeit."

Gouverneur ruft Notstand aus
R. Büllmann, ARD Washington
22.09.2016 08:07 Uhr

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