Fidel Castro | Bildquelle: dpa

Fidel Castro gestorben Der "Maximo Lider" ist tot

Stand: 26.11.2016 09:12 Uhr

Sein Gesundheitszustand war schon lange schlecht, nun ist Kubas legendärer Revolutionsführer Fidel Castro gestorben. Er wurde 90 Jahre alt. Zweifel an der Revolution ließ er bis zuletzt nicht zu.

Von Anne-Kathrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko

Die Revolution und der Sieg waren sein Leben. Wegen seines unerschrockenen Kampfes gegen die Diktatur schrieb Fidel Castro schon vor der Revolution im Jahr 1959 kubanische Geschichte: Am 26. Juli 1953 überfiel er mit einer winzigen Truppe von 115 Kämpfern die zweitgrößte Kaserne des Landes - und scheiterte. Die meisten Angreifer wurden gefoltert und ermordet.

Anführer Castro hatte Glück und kam vor Gericht. Mit unerschütterlichem Selbstbewusstsein verteidigte sich der junge charismatische Jurist damals selbst: Die Geschichte werde ihn freisprechen.

Verschont hat sie ihn: Keinen heldenhaften Tod ist er gestorben, so wie viele seiner Mitstreiter, mit denen er 1956 nach dem Exil in Mexiko per Schiff nach Kuba zurückkehrte und die noch am Ufer von Truppen des Diktators Fulgencio Batista erschossen wurden.

Fidel Castro gestorben
tagesschau 12:00 Uhr, 26.11.2016, Peter Sonnenberg, ARD Mexiko-City

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Ein Überlebender

Fidel überlebte den Guerilla-Kampf in der Sierra Maestra, ebenso die Hunderten Attentate, die es nach der Revolution gegen ihn gegeben haben soll. "Da sie kein Glück damit hatten", sagte er einmal, "erklären sie mich immer wieder für schwer krank oder tot. Das Problem ist nur: Wenn ich wirklich sterbe, wird es niemand glauben."

Jetzt werden es die letzten Zweifler glauben müssen. Unzählige Gerüchte über Castros Gesundheitszustand gab es in den Jahren nach seinem Rückzug von der Partei- und Staatsführung. Hatte er wirklich eine Darmerkrankung oder mehr? War Fidel gar längst tot und schrieben Ghostwriter die regelmäßigen "Reflexiones", seine Einlassungen über Gott und die Welt für die Zeitung der kommunistischen Partei?

Fidel allgegenwärtig

Auch wenn er sich kaum noch öffentlich zeigte, blieb er doch allgegenwärtig, auch bei den Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Revolution in der Rede seines Bruders und Nachfolgers an der Staatsspitze Raul Castro. "Es gibt nur einen Führer der kubanischen Revolution", rief der 2007 aus - "Fidel ist Fidel. Alle wissen wir es: Fidel ist unersetzlich."

Fidel wirkte im Hintergrund. Ein Treffen mit ihm war für Politiker aus der ganzen Welt auch nach seinem Rückzug stets das Sahnehäubchen eines Kuba-Besuchs - am liebsten mit Foto: Fidel dann im Trainingsanzug. In der grünen Uniform sah man ihn nicht mehr, auch nicht mehr mit erhobenem Zeigefinger, den er in seinen berühmt-berüchtigten stundenlangen Reden hob, um die Feinde der Revolution zu geißeln.

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Fidel Castro - Rechtsanwalt, Rebell, Symbolfigur

Das Leben des kubanischen Revolutionsführers

Fidel Castro

Fidel Castro - hier als Schüler des von Jesuiten geleiteten Colegio Dolores in Santiago de Cuba (2. von rechts) - wurde am 13. August 1926 geboren. Sein Vater war als armer Einwanderer aus Spanien nach Kuba gekommen und erwarb als Zuckerplantagenbesitzer ein beachtliches Vermögen.

Das Charisma überstrahlt vieles

Stundenlang folgten ihm die Menschen damals gebannt. Mit seinem Charisma zog er Freund und Feind in seinen Bann. Volker Skierka, Castro-Biograf: "Wenn sie dem ausgesetzt waren, konnten sie leicht den Kompass verlieren."

Charismatisch, machtbewusst und charmant: Die Frauen liebten Fidel dafür, und er liebte sie. Aus seinen zwei Ehen sind sechs Kinder hervorgegangen. Eine Vielzahl unehelicher Kinder wird ihm nachgesagt, nur zwei sind bekannt.

Geliebter Fidel und ebenso gehasst: Spätestens, als er aus seiner Revolution eine sozialistische machte, kehrten ihm viele Kubaner den Rücken und flohen in die USA.

Zweifel unerwünscht

Zweifel an seiner Revolution ließ Fidel Castro nicht zu: "Arbeiter und Bauern, das ist eine sozialistische demokratische Revolution der kleinen Leute, durch sie und mit ihnen. Und wegen dieser Revolution sind wir bereit, unser Leben zu geben."

Mit äußerster Härte ging gegen Abweichler vor, hielt die Reihen geschlossen. "Es stimmt, wir haben Fehler gemacht. Aus Idealismus, vielleicht wollten wir, dass alles schneller geht und haben unsere Kräfte überschätzt. Aber wir mussten uns einem mächtigen, reichen Gegner entgegenstellen, seinem Medienapparat und dem Wirtschaftsembargo."

Mit diesem, seinem größten Feind, den USA, hat er sich auch in seiner letzten Lebensphase nicht ausgesöhnt, aber immerhin angenähert. Möglich wurde das durch den elften US-Präsidenten, den Castro erlebt hat, durch Barack Obama. 49 Jahre lang regierte Castro Kuba, schon zu Lebzeiten eine Legende, jetzt ist er Geschichte. Seine Revolution lebt vorerst noch weiter.

Fidel Castro gestorben
A.-K. Mellmann, ARD Mexiko City
26.11.2016 10:31 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. November 2016 um 09:00 Uhr.

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