NASA-Illustration der Cassini-Sonde | Bildquelle: AFP

Raumsonde ist verglüht "Cassinis" letzte Reise

Stand: 15.09.2017 14:16 Uhr

13 Jahre lang erforschte die Raumsonde "Cassini" den Saturn und seine Monde, heute verglühte sie. Die NASA sprach von einem "großen Finale" - Daten liefern sollte "Cassini" bis ganz zum Schluss.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

13 Jahre lang hat die Sonde "Cassini" den Saturn erforscht, den zweitgrößten Planeten im Sonnensystem. Heute war Schluss: Cassini funkte ihre letzten Daten. Die NASA sprach von einem "großen Finale": Die Sonde verglühte nämlich spektakulär in der Atmosphäre des Saturn. Bis zum Schluss lieferte sie Messdaten.

Im "Cassini"-Team macht sich Wehmut breit: Viele Mitarbeiter haben "Cassini" von Anfang an begleitet. Jetzt mussten sie das Ende der Raumsonde organisieren. "Wir werden traurig sein, eine so unglaubliche Maschine zu verlieren. Wir werden aber auch stolz sein - Mission erfüllt. Wir haben das hervorragend gemacht, mehr und mehr geliefert. Die Welt ist informiert, aber immer noch staunend", sagte Teamleiter Earl Maize.

Cassini-Mission endet
tagesschau 09:00 Uhr, 15.09.2017

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"Großes Finale"

Zum Abschluss organisiert die NASA ein "großes Finale". "Cassini" wurde nämlich direkt in Saturn gelenkt, um in der Atmosphäre zu verglühen. Bis zuletzt lieferte die Sonde Daten, wie die Atmosphäre zusammengesetzt ist. Dafür programmierte das Team die Sonde um, sodass sie Daten in Echtzeit liefern kann. Kleine Düsen sollten sie auf Kurs halten, erklärte Maize den Plan für die letzten Minuten: "Sie kämpft und kämpft. Das Spektrometer ist in die Atmosphäre gerichtet, die Antennen Richtung Erde. Die Sonde wird das tun, so lange wie möglich."

Ein, vielleicht zwei Minuten - dann verdampfte "Cassini". Die Zeit reiche aus, um genügend Daten zu liefern, hofft Projekt-Wissenschaftlerin Linda Spilker: "Das Großartige am großen Finale: Es bringt unglaubliche neue Puzzleteile, um das Saturn-System besser zu verstehen."

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NASA-Raumsonde "Cassini" taucht in den Wasserdampf von Saturn-Mond (Oktober 2015)

NASA-Raumsonde "Cassini" im Saturnsystem

Die unbemannte NASA-Raumsonde "Cassini" ist am 28. Oktober 2015 so tief wie nie zuvor in den Wasserdampf und die Eispartikel um den Saturnmond Enceladus hineingetaucht. Die Sonde sollte sich dem Mond auf rund 50 Kilometer nähern und dabei Messungen für wissenschaftliche Forschungen vornehmen. Diese Computersimulation zeigt die Raumsonde im Saturnsystem.

"Cassini" entdeckte sechs Saturn-Monde

"Cassini" hat die Wissenschaft bereit erheblich vorangebracht. Die Sonde entdeckte sechs weitere Saturn-Monde - gezählt sind jetzt 62. Sie flog durch Geysire, die aus dem Mond Enceladus sprühen - Hinweise, dass es dort Wasser geben könnte. Der Mond ist jetzt ein heißer Kandidat bei der Suche nach Orten im Sonnensystem, die Leben ermöglichen könnten.

"Cassini" untersuchte zahlreiche Monde und natürlich die Saturn-Ringe, die aus Staub und Wasser bestehen. Die Sonde lieferte fast eine halbe Million Bilder und eine Unmenge Daten, sagt Spilker: "Wir hatten eine unglaubliche, 13 Jahre lange Reise um Saturn herum. Die Daten kamen wie aus einem Feuerwehr-Schlauch."

Mission kostete vier Milliarden Dollar

Cassini war vor 20 Jahren gestartet, um Saturn und seine Monde zu erforschen. Mit an Bord war die europäische Sonde "Huygens", die auf dem Saturn-Mond Titan landete. Vor dem Start war "Cassini" heftig umstritten - vor allem wegen ihrer Batterie: Sie besteht aus fast 40 Kilo Plutonium. Die Kosten für die Mission werden mit fast vier Milliarden Dollar angegeben.

Das Innere des Saturnmondes Enceladus | Bildquelle: dpa
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So stellen sich die Forscher das Innere des Saturnmondes Enceladus vor.

Die Plutonium-Batterie ist einer der Gründe, warum die NASA "Cassini" jetzt rückstandslos vernichtet hat. Ein anderer Grund sind Mikroorganismen, die von der Erde mitgereist sein könnten und ziemlich hartnäckig sind. Beides solle nicht mit einem der Monde in Kontakt kommen, sagte der zuständige NASA-Direktor Jim Green: "Wegen des Planeten-Schutzes und unserem Verlangen, zurückzukehren. Zu Enceladus, zu Titan, ins Saturn-System. Wir müssen diese Himmelkörper für künftige Erforschung schützen."

Wann allerdings die nächste Mission ins Saturn-System aufbricht, ist offen. Green sagte nur, Saturn und seine Monde seien wieder auf die Liste möglicher Ziele geschrieben worden.

Kontrollierter Absturz: Cassini verglüht auf Saturn
Jan Bösche, ARD Washington
15.09.2017 06:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 15. September 2017 Inforadio um 06:33 Uhr und die tagesschau um 09:00 Uhr.

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