Anschlag auf Militärhauptquartier in Burkina Faso | Bildquelle: REUTERS

Burkina Faso Terroranschläge auf französische Einrichtungen

Stand: 03.03.2018 02:41 Uhr

Nach Angriffen auf französische Einrichtungen in Burkina Faso geht Frankreichs Justiz von einem Terroranschlag aus. Mehrere Menschen wurden bei der Attacke unter anderem auf die Botschaft getötet.

In Burkina Faso haben bewaffnete Männer die französische Botschaft, das französische Kulturinstitut und das Hauptquartier der Armee in der Hauptstadt Ouagadougou angegriffen. Dabei gab es nach Angaben der Regierung des westafrikanischen Landes mindestens 16 Tote. Die Rede ist von acht getöteten Angreifern sowie acht Toten unter den Polizisten und Soldaten.

Mindestens 80 Personen wurden verletzt, teilte Sicherheitsminister Clément Sawadogo mit.

Schwarzer Rauch steigt in den Himmel auf | Bildquelle: AFP
galerie

Dicker schwarzer Rauch steigt in Burkina Faso auf.

Keine französischen Opfer

Der französische Präsident Emmanuel Macron kondolierte seinem burkinischen Kollegen Roch Marc Kaboré und drückte, wie sein Außenminister Jean-Yves Le Drian mitteilte, "unsere Entschlossenheit zum unversöhnlichen Kampf gegen diese Terroristen" aus, "die den Sahel destabilisieren wollen und eine Gefahr für unsere eigenen Sicherheitsinteressen sind".

Im französischen Fernsehen sagte Le Drain, die Angreifer hätten Frankreich ins Visier genommen, "das mit Burkina Faso in seinem Kampf gegen Terrorismus verbunden ist".

"Terroranschlag" ohne Bekenner

Sowohl der nationale Polizeichef von Burkina Faso, Jean Bosco Kienou, als auch der französische Premier Edouard Philippe sprachen von einem Terroranschlag. Zu der Tat bekannte sich zunächst aber niemand.

Laut dem Auswärtigen Amt in Berlin zählen keine Deutsche zu den Opfern. Die Behörde forderte Reisende auf, "Bewegungen in Ouagadougou vorerst zu vermeiden, in sicheren Unterkünften zu bleiben", die örtlichen Medien zu verfolgen und Anweisungen von Sicherheitskräften unbedingt Folge zu leisten.

UN wollen zur Versöhnung beitragen

UN-Generalsekretär António Guterres hat die Terrorattacken in Burkina Faso vom Freitag verurteilt. Die Vereinten Nationen unterstützten das Land in seinem Kampf gegen Extremismus und Terrorismus, sagte er in einer Stellungnahme. Die internationale Gemeinschaft müsse dabei helfen, Versöhnung sowie Bedingungen für nachhaltigen Frieden und Entwicklung in Burkina Faso zu schaffen.

Barrikaden errichtet

Augenzeugen hatten von fünf bewaffneten Männern berichtet, die im Zentrum der Stadt aus einem Auto gesprungen seien und das Feuer auf Passanten eröffnet hätten. Dann seien sie in Richtung französische Botschaft gestürmt. Dort und in der Nähe des französischen Kulturinstituts solle es auch Explosionen gegeben haben. Beide befinden sich etwa einen Kilometer von der französischen Botschaft entfernt. Barrikaden wurden errichtet, um Personen fernzuhalten.

In Burkina Faso hatten Islamisten in der Vergangenheit mehrfach Angriffe und Anschläge verübt. Die frühere französische Kolonie - einem UN-Index zufolge eines der fünf ärmsten Länder der Welt - grenzt an die Sahelzone. Diese dient mit dem Terrornetzwerk Al Kaida oder der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) verbundenen Gruppen als Rückzugsgebiet. Im vergangenen August wurden 19 Menschen getötet, darunter mehrere Ausländer, als ein Restaurant in Ouagadougou angegriffen wurde. Anfang 2016 waren ein Hotel und ein Café von Dschihadisten angegriffen worden. Damals wurden 30 Menschen getötet, unter ihnen ebenfalls viele Ausländer. Zu der Tat bekannte sich die Terrorgruppe Al Kaida im Islamischen Maghreb.

Schüsse und Explosionen in Burkina Fasos Hauptstadt
Jens Borchers, DLF
02.03.2018 17:21 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. März 2018 um 13:00 Uhr.

Darstellung: