Deutsche Soldaten und Peschmerga-Kämpfer  | Bildquelle: dpa

Peschmerga-Ausbildung Bundeswehr setzt Mission im Nordirak aus

Stand: 16.10.2017 21:50 Uhr

Im Nordirak kämpfen Regierungstruppen und kurdische Peschmerga gegeneinander statt gemeinsam gegen den IS. Die Angst vor einem Bürgerkrieg wächst. Die Bundeswehr hat ihre seit 2014 laufende Ausbildung und Bewaffnung der Peschmerga gestoppt.

Angesichts der militärischen Eskalation im Nordirak hat die Bundeswehr ihre Ausbildungsmission in der Region unterbrochen. Das Training der kurdischen Peschmerga sei aus Schutzgründen für die deutschen Soldaten aufgrund der unklaren Lage am Freitagabend vorläufig ausgesetzt worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Zu dem Zeitpunkt habe die Bundeswehr von den ersten irakischen Truppenbewegungen erfahren.

Nach dem Vormarsch irakischer Truppen auf Gebiete unter Kontrolle der Kurden wächst im Irak die Angst vor einem neuen Bürgerkrieg. In der Region Kirkuk brachten die Soldaten das Gebäude der Provinzregierung sowie den Militärflughafen unter Kontrolle. Regierungskräfte nahmen auch das nahe gelegene Ölfeld Baba Gurgur ein. Kurdische Einheiten leisteten bei dem Vormarsch kaum Widerstand.

Keine deutschen Soldaten in Kirkuk

Die Sicherheits- und Bedrohungslage für die deutschen Soldaten habe sich nicht verändert, hieß es aus dem Verteidigungsministerium. Der Schutz der Soldaten habe aber erhöhte Priorität. In Kirkuk selbst seien keine deutschen Soldaten stationiert.

Der neue Konflikt bringt die USA, Deutschland und andere westliche Staaten in eine schwierige Lage, da sie mit beiden Seiten verbündet sind und diese im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mit militärischer Ausrüstung unterstützen. Deutschland etwa lieferte den Kurden die Panzerabwehrrakete "Milan", Panzerfäuste, Sturmgewehre und Munition. Bundeswehrsoldaten bilden seit 2014 Peschmerga-Kämpfer aus.

Zusage der Peschmerga zu Waffeneinsatz

Der Sprecher des Ministeriums sagte, die kurdische Seite habe versichert, die deutschen Waffen nur im Kampf gegen den IS einzusetzen. Darauf fuße das ganze Engagement der Bundeswehr. Die Einhaltung der Zusage sei die notwendige Grundlage der Zusammenarbeit.

Die Bundesregierung hatte Ende September angekündigt zu prüfen, ob die derzeit knapp 140 deutschen Soldaten im Nordirak trotz des kurdischen Unabhängigkeitsreferendums auch im nächsten Jahr dort bleiben können.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Oktober 2017 um 20:00 Uhr.

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