Bundeswehrsoldaten landen in Litauen | Bildquelle: dpa

NATO-Einsatz in Litauen Mit Fake News gegen die Bundeswehr

Stand: 16.02.2017 20:05 Uhr

Unbekannte haben eine Desinformationskampagne gegen die Bundeswehr in Litauen gestartet. Sie streuten das Gerücht, Bundeswehr-Soldaten hätten in Litauen eine Minderjährige vergewaltigt. Es ist unklar, wer hinter der Attacke steckt. Aber es gibt einen Verdacht.

Bundeswehr-Soldaten sind in Litauen Ziel einer Fake-News-Kampagne geworden. Dies bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. Zu Details oder möglichen Urhebern äußerte er sich nicht. Zunächst hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins streuten Unbekannte vor einigen Tagen über E-Mails an Politiker und Medien Gerüchte, dass deutsche Soldaten bei ihrem Einsatz in dem baltischen Land eine Minderjährige in der Stadt Jonava vergewaltigt hätten. Die litauische Regierung stellte klar, dass es einen solchen Vorfall nicht gab.

Bundeswehrsoldaten am Flughafen von Vilnius | Bildquelle: AFP
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Ende Januar trafen die ersten 17 Bundeswehrsoldaten am Flughafen in Vilnius ein.

NATO spricht von Provokation

Ein NATO-Diplomat sprach laut "Spiegel"-Bericht von einer erneuten Provokation der Russen, die gegen die temporäre Truppenstationierung an der Ostgrenze des Militärbündnisses protestieren. Die Polizei in Litauen leitete nach dpa-Informationen eine Untersuchung wegen bewusst falscher Angaben ein.

Es sei gerade in diesen Zeiten sehr wichtig, Fakten zu checken, kommentierte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel am Rande eines Treffens der NATO-Verteidigungsminister die Falschmeldung aus Litauen. Es habe bereits mehrere Versuche der Desinformation gegen die NATO gegeben. Stoltenberg betonte die Bedeutung unabhängiger Medien in diesem Zusammenhang, die Fakten prüfen und kritisch berichten.

Fake-News-Angriff auf Bundeswehr
tagesschau 20:00 Uhr, 17.02.2017, Ariane Reimers, ARD Berlin

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Erinnerungen an den Fall Lisa

Der Fake-News-Fall erinnert an die angebliche Vergewaltigung einer 13-jährigen Russlanddeutschen aus Berlin Anfang 2016. Die Gerüchte verbreiteten sich rasant im Netz - russische Medien kochten den Fall zudem hoch. Der Vorwurf stellte sich später als erfunden heraus. Doch empörte Russlanddeutsche gingen auf die Straße, der russische Außenminister Sergej Lawrow warf deutschen Behörden Versäumnisse vor.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz wirft Russland schon länger vor, in Deutschland Propaganda- und Desinformationskampagnen etwa über staatliche und soziale Medien zu betreiben. Ziel sei eine Verunsicherung der deutschen Gesellschaft sowie die Schwächung und Destabilisierung der Bundesrepublik. Vor der Bundestagswahl im September befürchtet der Geheimdienst zudem einen weiteren Anstieg russischer Cyberattacken auf Politiker.

Stationierung als Signal an Russland

Die Bundeswehr führt in Litauen ein NATO-Bataillon zur Abschreckung Russlands an. Insgesamt sollen 1000 Soldaten dort stationiert werden, 450 von der Bundeswehr.

Anfang Februar war das erste deutsche Truppenkontingent verlegt worden. Der Grund dahinter: Litauen und andere östliche NATO-Mitglieder sorgen sich wegen des russischen Vorgehens in der Ukraine um ihre Sicherheit.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 16. Februar 2017 um 20:24 Uhr

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