Bundeswehrsoldaten in Afghanistan | Bildquelle: dpa

Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr SPD diskutiert Verlängerung

Stand: 29.09.2015 13:52 Uhr

Die Eroberung von Kundus durch Taliban hat eine Debatte um den geplanten Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan ausgelöst. SPD-Politiker forderten eine Verlängerung des Bundeswehreinsatzes. Verteidigungsministerin von der Leyen plädierte dafür, das NATO-Engagement zu überdenken.

Angesichts der Eroberung der nordafghanischen Stadt Kundus durch Kämpfer der radikalislamischen Taliban zeigt sich die SPD offen für Änderungen an den Rückzugsplänen der internationalen Truppen in dem Land. Über den Vorschlag, die Bundeswehr bis Ende 2016 im Norden Afghanistans stationiert zu lassen, müsse "sehr ernsthaft" diskutiert werden, sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Niels Annen, im Deutschlandfunk. Voraussetzungen dafür seien aber, "dass wir uns in der internationalen Gemeinschaft darauf verständigen, gemeinsam länger zu bleiben", und "dass die afghanische Regierung dies wünscht".

Auch sein SPD-Kollege, Rainer Arnold, forderte eine Verlängerung des Bundeswehreinsatzes. Die rund 700 deutschen Soldaten im Norden Afghanistans sollten ein weiteres Jahr bis Ende 2016 in voller Stärke dort bleiben, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. "Angesichts der Situation in Afghanistan wäre es falsch, die Afghanen völlig alleine zu lassen."

Arnd Henze, ARD Berlin, zur Gegenoffensive der afghanischen Regierung
tagesschau24 14:15 Uhr, 29.09.2015

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Von der Leyen: Sicherheitslage "besorgniserregend"

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen nannte die Sicherheitslage in Afghanistan "besorgniserregend". Die Ereignisse müssten nun genau analysiert werden, sagte die CDU-Politikerin. Die Prüfung müsse Grundlage sein für die anstehende NATO-Entscheidung im Herbst über die weitere Stationierung von Truppen im Jahr 2016 und danach. Die Beschlüsse sollten nicht nach "starren Zeitlinien" gefällt werden, sondern nach der aktuellen Situation. Der NATO-Einsatz ist zunächst bis Ende 2016 angelegt und soll sich am Schluss nur noch auf die Hauptstadt Kabul konzentrieren.

Die Bundeswehr hatte sich vor zwei Jahren aus der Unruheprovinz Kundus zurückgezogen, ist aber noch im 150 Kilometer entfernten Masar-i-Scharif stationiert - allerdings nur zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Armee.

Kampagne gegen Flucht aus Afghanistan auf Facebook und Twitter
nachtmagazin 00:15 Uhr, 29.09.2015, Gabor Halasz, ARD Neu-Delhi

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