Polizist in Brüssel | Bildquelle: REUTERS

Wegen Terrorgefahr Brüssel sagt Silvesterfeuerwerk ab

Stand: 30.12.2015 20:36 Uhr

Aus Sorge vor möglichen Anschlägen sind in Brüssel das Silvesterfeuerwerk und öffentliche Feierlichkeiten abgesagt worden. Nach Razzien waren zwei Verdächtige festgenommen worden, die Anschläge geplant haben sollen.

Das Silvesterfeuerwerk in der belgischen Hauptstadt Brüssel fällt wegen Terrordrohungen aus. "Es ist besser, wenn wir keine Risiken eingehen", sagte Bürgermeister Yvan Mayeur. Die Lage werde weiter geprüft.

Premierminister Charles Michel sagte im Sender RTBF, er halte die Entscheidung in der gegenwärtigen "unsicheren Situation" für gerechtfertigt. Die Behörden hatten Anschlagspläne für die Silvesternacht aufgedeckt und zwei Männer in Haft genommen. Waffen und Sprengstoff wurden nach bisherigen Angaben der Staatsanwaltschaft aber nicht gefunden.

In den Straßen der Brüsseler Innenstadt patrouillieren Soldaten. Die Polizeidirektion an der Brüsseler Grand Place wird scharf bewacht. Sie gehört zu den potenziellen Anschlagszielen. Für alle Polizeistationen in Brüssel gilt bis mindestens bis zum vierten Januar die zweithöchste Warnstufe. Die Öffnungszeiten wurden verkürzt, Besucher werden einzeln eingelassen und müssen sich beim Betreten der Polizeiwachen ausweisen.

Christian Feld, ARD Brüssel, mit Information zur Absage des Feuerwerks
tagesthemen 23:15 Uhr, 30.12.2015

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Weitere Razzia in Brüssel

Im Zusammenhang mit den Anschlägen vom November in Paris wurde zudem erneut eine Wohnung im Brüsseler Viertel Molenbeek durchsucht und ein Mensch zur Vernehmung in Gewahrsam genommen. Ein Richter werde vermutlich am Donnerstagmorgen entscheiden, ob dieser wieder freigelassen oder verhaftet werde, verlautete aus Justizkreisen.

Belgischen Medien zufolge fand die Razzia in einer Straße statt, in der Spezialkräfte schon drei Tage nach den Attentaten eine Wohnung durchsucht hatten. In der am 16. November durchsuchten Wohnung seien "Spuren" des Schlüsselverdächtigen Salah Abdeslam gefunden worden, berichtete der Sender RTBF.

Abdeslam hatte am Abend des 13. November mehrere Attentäter in Paris abgesetzt und selbst einen Sprengstoffgürtel getragen, ließ sich aber in der Nacht in Paris von Freunden nach Brüssel bringen. Trotz internationalen Haftbefehls und Fahndungsfotos ist er noch nicht gefasst. Mehrere der Attentäter, darunter ein Bruder Abdeslams, lebten in Molenbeek. Im Zusammenhang mit der Anschlagsserie in der französischen Hauptstadt sind in Belgien derzeit neun Menschen in Haft.

Mit Informationen von Ralph Sina, ARD-Korrespondent Brüssel

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