Der Brüsseler Hauptbahnhof nach dem Anschlag. | Bildquelle: dpa

Mutmaßlicher Täter erschossen Brüssel entgeht Terroranschlag

Stand: 21.06.2017 08:52 Uhr

Nach der nächtlichen Terrorattacke auf dem Brüsseler Zentralbahnhof kommt Belgiens nationaler Sicherheitsrat zusammen. Sicherheitskräfte hatten am Abend einen Mann erschossen, der eine kleine Explosion ausgelöst haben soll. Inzwischen ist er identifiziert.

Von Holger Romann, ARD-Studio Brüssel

Der Alarm erfolgte 20.49 Uhr. Ein Zugführer meldet an die Zentrale, am Bahnhof "Gare Centrale", mitten in der Brüsseler Innenstadt, sei etwas vorgefallen. Menschen liefen aufgeregt über Bahnsteige und Gleise. Arnaud Reyman, Sprecher der Betreibergesellschaft Infrabel:

"Die Panik erfasste den gesamten Bahnhof. Wir sprechen um diese Uhrzeit nicht mehr von Tausenden, wohl aber noch von einigen Hundert Reisenden, die sich dort aufhalten. Wir haben den Bahnverkehr sofort unterbrochen und auf Weisung der Polizei den Notfallplan ausgelöst. Das heißt: Keine Züge mehr auch am Nord- und am Südbahnhof."

Der Gare Centrale, Schauplatz des Geschehens, ist zwar nicht der Hauptbahnhof von Brüssel, wohl aber eine stark frequentierte Station, nur wenige Hundert Meter entfernt von der berühmten "Grand Place" im historischen Zentrum der belgischen Hauptstadt. Hier halten sowohl Fernzüge als auch U-Bahnen und Busse. Seit den Anschlägen vom März 2016 wird die Station rund um die Uhr von Polizeistreifen und Militär bewacht.

Mann um die 30 mit Rucksack und Rollkoffer

Anschlag in Brüssel vereitelt
tagesschau 09:00 Uhr, 21.06.2017, M. Grytz, ARD Brüssel

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Gegen 20.45 Uhr, so ist inzwischen bekannt, betritt ein Mann um die 30 Jahre den Bahnhof. Er erscheint den dort patrouillierenden Sicherheitskräften verdächtig, trägt einen Rucksack und einen Rollkoffer. Die Soldaten folgen ihm ins Innere und beobachten, wie er vorübergehend in einer Art Büro im Untergeschoss verschwindet. Kurz danach löst er in der Bahnhofshalle eine Explosion aus.

Ein Mitarbeiter der staatlichen Eisenbahngesellschaft SNCB wird Augenzeuge: "Als ich im Zwischengeschoss ankam, sah ich jemanden, der laut schrie - solche dschihadistischen Parolen und sowas. Ich habe erst nicht darauf geachtet und bin weitergegangen. Aber dann hat er 'Allahu akbar' gerufen und da muss er wohl den Trolley hochgejagt haben."

Identität des mutmaßlichen Attentäters

Zu Schaden kommt durch die Explosion niemand. Möglicherweise handelte es sich um eine kleinere Bombe oder die Zündvorrichtung versagte. Die herbeigeeilten Soldaten eröffnen sofort das Feuer und schießen den mutmaßlichen Attentäter nieder.

Wie es heißt, geben sie mehrere Salven auf den Mann ab. Der erleidet schwere Verletzungen, denen er später erliegt. "Im Moment der Explosion standen einige Leute nur zwei oder drei Meter entfernt. Das heißt, die Explosion war nicht besonders heftig", sagt der Augenzeuge.

Den Behörden ist die Identität des mutmaßlichen Attentäters inzwischen bekannt. Öffentlich machen wollen sie diese aber noch nicht, um die Ermittlungen nicht zu behindern. "Wir müssen nun auch schauen, wie sich der Mann radikalisieren konnte", sagte der belgische Innenminister Jan Jambon dem Nachrichtensender VRT.

Vereitelter Anschlag am Brüsseler Hauptbahnhof
nachtmagazin 00:20 Uhr, 21.06.2017, Michael Grytz, ARD Brüssel

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Lage schnell unter Kontrolle

Auf sozialen Medien gepostete Fotos zeigen an der Stelle ein kleines Feuer. Schon kurze Zeit später melden die Sicherheitsbehörden, die Lage sei unter Kontrolle. Der Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr dauert aber noch mehrere Stunden.

Sprengstoffexperten durchsuchen das weitläufige Gebäude nach weiteren Bomben. Der "Gare Centrale", der nahegelegene "Grand Place" sowie ein weiterer großer Bahnhof werden vorsichtshalber ebenfalls evakuiert und weiträumig abgesperrt.

Noch am Abend veröffentlichte die belgische Staatsanwaltschaft ein Communiqué zum Stand der Ermittlungen. Danach stufen die Behörden den Vorfall als versuchten Terroranschlag ein: Durch die Wachsamkeit und das beherzte Eingreifen der Soldaten sei der Angriff vereitelt worden, so Justizsprecher Eric van der Sijpt. Den Angaben zufolge trug der Verdächtige auch einen Sprengstoffgürtel, den man kontrolliert gezündet habe.

Im Moment gehen die Behörden von einem Einzeltäter aus. Es gibt aber Zeugen, die in dem Tumult gesehen haben wollen, wie mutmaßliche Komplizen des Attentäters vom Tatort flüchteten. Bestätigen lässt sich das nicht. Belgiens Premierminister Charles Michel kündigte für den Vormittag eine Sitzung des Sicherheitsrats an.

Die seit Monaten geltende zweithöchste Terrorwarnstufe bleibt bis auf weiteres unverändert. Bei Angriffen auf den Flughafen und die Metro im März 2016 waren 32 Menschen getötet worden. Zu den Taten hatte sich der sogenannte "Islamische Staat" (IS) bekannt.

Morgen treffen sich in Brüssel die EU-Staats- und Regierungschefs zu einem Gipfel.

Mutmaßlicher Attentäter von Brüssel identifiziert
H. Romann, BR Brüssel
21.06.2017 10:48 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 20. Juni 2017 um 00:20 Uhr.

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