Polizei sperrt Gebiet mit Absperrband ab | Bildquelle: dpa

Messerangriffe Brüssel und London gehen von Terror aus

Stand: 26.08.2017 16:06 Uhr

In Brüssel und London hat es am Freitagabend Messerangriffe auf Sicherheitskräfte gegeben. In beiden Städten gehen die Ermittler davon aus, dass es sich um Terrorattacken gehandelt hat. Ein Zusammenhang besteht aber offenbar nicht.

Bei dem Messerangriff auf Soldaten am Freitagabend im Zentrum von Brüssel geht die Staatsanwaltschaft von einem "terroristischen Angriff" aus.

Ein Mann hatte die Soldaten kurz nach 20 Uhr auf dem Boulevard Emilie-Jacqmain im Zentrum der belgischen Hauptstadt mit einem Messer attackiert. Ein Soldat erlitt bei dem Messerangriff Verletzungen an der Hand. Die Soldaten schossen den Angreifer nieder, er erlag später seinen Verletzungen.

Der Staatsanwaltschaft zufolge rief er bei seinem Angriff "Allahu Akbar" (Gott ist groß), bevor er von den Soldaten erschossen wurde.

Der 30-Jährige sei bislang nicht für terroristische Aktivitäten bekannt gewesen. Die Ermittler identifizierten den Täter inzwischen als gebürtigen Somalier, der seit 2015 die belgische Staatsbürgerschaft hatte. Der 1987 geborene Mann war 2004 nach Belgien eingewandert. Bei ihm wurden zwei Koran-Ausgaben sowie eine Waffenattrappe gefunden.

Der Brüsseler Bürgermeister Close erklärte, es habe sich um den Angriff eines Einzelnen gehandelt, der schnell ausgeschaltet worden sei.

In Brüssel waren im März vergangenen Jahres bei zwei islamistischen Anschlägen am Flughafen und in einer Metrostation 32 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. Auf öffentlichen Plätzen und in der U-Bahn patrouilliert regelmäßig Militär.

Vereitelter Messerangriff in London

Auch in London gab es einen Vorfall, bei dem die Behörden inzwischen von einem möglichen versuchten Terroranschlag ausgehen. Ein Mann griff vor dem Buckingham-Palast drei unbewaffnete Polizisten an, sie wurden leicht verletzt. Der Angreifer wurde festgenommen.

Auch dieser Mann hatte wiederholt "Allahu Akbar" gerufen. Die Polizei erklärte, der Angreifer habe ein rund 1,20 Meter langes Schwert benutzt und sei von den Sicherheitskräften mit Reizgas unschädlich gemacht worden.

Der Mann war am Freitagabend gut zwei Stunden nach dem Angriff von Brüssel vor dem Palast von Königin Elizabeth II. vorgefahren und hatte in der Nähe eines Polizeifahrzeugs angehalten, bevor er seine Waffe zückte. Die Queen hielt sich zu diesem Zeitpunkt in Schottland auf.

Der 26 Jahre alte Täter wurde am Samstag weiter verhört. Nach Angaben der Ermittler stammt er aus Luton nördlich von London, wo Durchsuchungen angeordnet wurden.

In Großbritannien waren in den vergangenen Monaten wiederholt islamistische Anschläge verübt worden. Ende März hatte ein Attentäter im Zentrum Londons fünf Menschen getötet.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 26. August 2017 um 09:50 Uhr.

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