David Davies und Michel Barnier  | Bildquelle: REUTERS

Brexit-Verhandlungen Viel diskutiert, wenig erreicht

Stand: 20.07.2017 14:04 Uhr

Die zweite Verhandlungsrunde zwischen der EU und Großbritannien zum Brexit ist durch. Schnelle Ergebnisse sind aber nicht in Sicht. Vor allem bei den zukünftigen Rechten britischer und EU-Bürger weichen beide Seiten "fundamental" auseinander.

Die zweite Runde der Brexit-Verhandlungen ist in Brüssel ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. Der Chefunterhändler der EU, Michel Barnier, sagte im Anschluss, es gebe vor allem bei den künftigen Rechten britischer und EU-Bürger im jeweils anderen Hoheitsgebiet "fundamentale Differenzen".

Barnier verlangte von London bis Ende August "Klarstellungen" zu den künftigen Rechten der EU-Bürger in Großbritannien, den Milliardenforderungen der EU wegen des Austritts und der Stellung Nordirlands.

"Konstruktive Atmosphäre"

Dennoch lobten Barnier und der der aus London angereiste Brexit-Minister David Davis ein konstruktives Klima der viertägigen Gespräche. Laut Davies hat die Verhandlungsrunde "eine Menge gebracht, das wir positiv sehen". Der Brexit-Minister lobte insbesondere "eine gute Diskussion" zum künftigen Status der britischen Provinz Nordirland. Es bleibe insgesamt aber noch viel zu besprechen.

Die nächste inhaltliche Gesprächsrunde ist für Ende August geplant. Dann will Barnier von der britischen Seite Klarheit in den Kernfragen. Erst wenn sie gelöst sind, will die EU über ein Handelsabkommen mit Großbritannien sprechen. Die britische Regierung müsse zudem eine Position zu der Forderung nach Erfüllung ihrer finanziellen Verpflichtungen finden, sagte Barnier. In Brüssel werden Forderungen an London zwischen 40 und 100 Milliarden Euro genannt. "Wir wollen einen geordneten Austritt. Und ein geordneter Austritt verlangt, dass Großbritannien seine Rechnungen zahlt", so Barnier.

Über dieses Thema berichteten am 20. Juli 2017 tagesschau24 um 14:30 Uhr in den "Hundert Sekunden" und die tagesschau um 15:25 Uhr.

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