Theresa May | Bildquelle: dpa

Brexit May schaltet auf Attacke

Stand: 03.05.2017 19:36 Uhr

Nachdem Details zu Mays Brexit-Dinner mit EU-Kommissionschef Juncker bekannt geworden waren, geht die britische Premierministerin nun zum Angriff über - und erhebt schwere Vorwürfe gegen die EU.

Von Stephanie Pieper, ARD-Studio London

Erst eine kurze Audienz bei Königin Elisabeth II. im Buckingham Palast, dann der Auftritt der konservativen Premierministerin vor ihrem Amtssitz in der Downing Street. Und der hatte es in sich: Theresa May schaltete während ihrer knapp achtminütigen Rede von Verteidigung auf Angriff um. Sie beklagte sich darüber, dass europäische Politiker und Offizielle in den vergangenen Tagen Drohungen gegen Großbritannien ausgestoßen hätten.

EU-Unterhändler Barnier erwartet schwierige Gespräche
tagesschau 20:00 Uhr, 03.05.2017, Markus Preiß, ARD Brüssel

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Die britische Verhandlungsposition für die Brexit-Verhandlungen sei in der "kontinentalen Presse" bewusst verzerrt worden. Sie spielt damit auf die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" an, die Details eines Dinners von May mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vor einer Woche aufgeschrieben hatte. May lebe in einer "anderen Galaxie" und gäbe sich der Illusion hin, den Brexit für Großbritannien zu einem Erfolg zu machen, hatte das Blatt Junckers Sicht der Dinge kolportiert.

May konstruiert aus diesem Leck an die Presse jetzt einen Vorwurf, der es in sich hat: All diese Vorgänge seien bewusst getimt, um den Ausgang der Wahl am 8. Juni zu beeinflussen.

Die britische Premierministerin Theresa May | Bildquelle: AP
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Not amused: Theresa May

60 Milliarden, 100 Milliarden?

Die Verhandlungen mit der EU über den britischen Austritt würden schwierig, so May. Und nur sie werde es schaffen, in Brüssel das Beste für das Land zu erreichen, warb die Tory-Politikerin um Wählerstimmen. Zuvor hatte der für den Brexit zuständige Minister in ihrem Kabinett jüngste Spekulationen gekontert, die EU könnte bis zu 100 Milliarden Euro verlangen. David Davis sagte, eine solche Summe werde Großbritannien nicht zahlen.

Die "Financial Times" hatte eine eigene Kalkulation für eine Brexit-Rechnung in Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro veröffentlicht - bislang war von maximal 60 Milliarden die Rede. EU-Chefunterhändler Michel Barnier nannte in Brüssel keine Summe. Er will die Briten auch nicht bestrafen - aber die Konten bereinigen.

Lammert registriert "hohes Maß an Empfindlichkeit"

Ein "hohes Maß an wechselseitiger Empfindlichkeit" registrierte Bundestagspräsident Norbert Lammert, der zu Besuch in London war. Auf die Frage, ob die Tonlage der vergangenen Tage es erschwere, am Ende ein Abkommen zu schließen, antwortete er mit feiner Ironie: "Jedenfalls habe ich bisher noch keine Reaktion gehört, die mich zu der Schlussfolgerung kommen ließe, das erleichtere das Geschäft nun ganz offenkundig."

Mays Herausforderer Jeremy Corbyn von der Labour Partei kritisierte die bisherige Position der Premierministerin und ihres Brexit-Ministers als nicht besonders vernünftig. May selbst wiederholte bei ihrem Auftritt in der Downing Street: "Wir glauben weiter daran, dass kein Deal besser ist, als ein schlechter Deal für Großbritannien." Aber, schob May hinterher: "Wir wollen eine Einigung." Das gibt Hoffnung.

Brexit: May wirft Europäern Einflussnahme auf Wahl vor
S. Pieper, ARD London
03.05.2017 18:40 Uhr

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