Demonstranten in São Paulo | Bildquelle: REUTERS

Massendemos in Brasilien Landesweite Proteste gegen Rousseff

Stand: 15.03.2015 21:30 Uhr

"Dilma, raus!", "Amtsenthebung für Rousseff!": Mit diesen Parolen haben mehr als eine Million Menschen in Brasilien gegen die Präsidentin protestiert. Sie werfen ihrer Regierung Korruption vor - vor allem geht es um Schmiergelder beim Ölkonzern Petrobras.

In Brasilien haben in mehreren Städten insgesamt mehr als eine Million Menschen gegen die Politik von Präsidentin Dilma Rousseff demonstriert. Sie forderten die Absetzung der Staatschefin und prangerten die ihrer Ansicht nach weitreichende Korruption der Regierung an.

Demonstranten fordern Rücktritt von Präsidentin Rousseff
tagesschau24 09:15 Uhr, 16.03.2015, Anja Martini, ARD-aktuell

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Alleine in São Paulo - bei der größten Demonstration - nahmen nach vorläufiger Polizeischätzung eine Million Menschen teil. In der Hauptstadt Brasília beteiligten sich nach Angaben der Polizei etwa 20.000 Menschen, in Rio de Janeiro 15.000 und in Salvador da Bahia im Nordosten des Landes 4000. Auch aus Belo Horizonte, Salvador, Recife und selbst einigen Städten im Ausland wurden Proteste gemeldet.

"Korruption - wie lange noch?"

"Dilma raus! Genug der Lügen": Zwei Frauen protestieren in Belo Horizonte gegen Staatschefin Rousseff. | Bildquelle: dpa
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"Dilma raus! Genug der Lügen": Auch in Belo Horizonte protestieren die Menschen gegen Präsidentin Rousseff.

Viele Demonstranten kamen in Nationaltrikots und hatten Nationalflaggen, Trillerpfeifen und Plakate dabei. Auf Schildern war zu lesen: "Dilma, Raus!", "Korruption - wie lange noch?", "Amtsenthebung für Rousseff!". Die Oppositionspartei PSDB stützte die Proteste, aber nicht die Forderung nach einem Amtsenthebungsverfahren.

Auslöser der Proteste war der Schmiergeldskandal beim staatlich kontrollierten Ölkonzern Petrobras. Gegen Dutzende Spitzenpolitiker laufen Ermittlungen wegen mutmaßlicher Verwicklung in den Fall. Nach Angaben eines Ex-Managers des Unternehmens erhielt Rousseffs Arbeiterpartei (PT) bis zu 200 Millionen Dollar (etwa 185 Millionen Euro) an Schmiergeldern von Petrobras. Die Staatschefin selbst saß dem Konzern von 2003 bis 2010 vor. Sie betont aber, keine Kenntnis von den Vorgängen gehabt zu haben.

Erst am Freitag waren Tausende Gewerkschafter und Unterstützer der Regierung in mehreren Bundesstaaten auf die Straße gegangen, um Rousseff und dem Petrobras-Konzern den Rücken zu stärken.

Rousseff war erst im vergangenen Jahr mit knapper Mehrheit für eine zweite Amtszeit gewählt worden.

Es waren die größten Demonstrationen seit Juni 2013, als am Rande des FIFA Confederation Cup die Brasilianer ihre tiefe Unzufriedenheit über die Regierungspolitik äußerten und auch damals zu Hunderttausenden auf die Straßen gingen.

Massenproteste gegen Präsidentin Dilma Rouseff
J. Segador, ARD Buenos Aires
16.03.2015 01:36 Uhr

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