Von Boko Haram entführte Mädchen | Bildquelle: AFP

Nach Boko-Haram-Angriff 50 Schülerinnen in Nigeria vermisst

Stand: 21.02.2018 20:29 Uhr

In Nigeria könnten erneut Dutzende Mädchen entführt worden sein. Nach einem Angriff der Terrorgruppe Boko Haram auf eine Mädchenschule fehlt von mindestens 50 Schülerinnen jede Spur.

Nach einem Angriff der Islamistengruppe Boko Haram auf eine Mädchenschule in Nigeria werden Dutzende Mädchen vermisst. Es gebe keine Informationen über das Schicksal von 50 Schülerinnen, sagte der Polizeiminister des Bundesstaates Yobe, Abdulmaliki Sumonu. Mehr als 800 weitere Schülerinnen seien nach dem Überfall vom Montag in das Internat in Dapchi im Nordosten des Landes zurückgekehrt.

Anwohner hatten nach dem Angriff zunächst berichtet, dass alle Schülerinnen mit ihren Lehrern fliehen konnten. Angehörige von Schülerinnen berichteten dagegen, sie hätten keine Nachricht von ihren Töchtern und in umliegenden Dörfern vergeblich nach ihnen gesucht. Die Eltern fürchten, dass ihre Kinder von den Islamisten entführt wurden. Polizeiminister Sumonu hob aber hervor, dass bisher kein Entführungsfall bestätigt sei.

Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram, Archivbild | Bildquelle: AFP
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Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram verübt seit 2009 immer wieder schwere Angriffe.

Bereits 2014 Hunderte Mädchen entführt

Boko Haram hatte im April 2014 aus einer Schule in Chibok 276 Mädchen entführt. Der Fall sorgte weltweit für Entsetzen und Empörung. Seitdem konnten 164 der Mädchen fliehen oder wurden freigelassen. 112 der Schülerinnen befinden sich bis heute in der Hand der Islamisten. Boko Haram kämpft seit dem Jahr 2009 gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias.

In dem Konflikt wurden bisher mindestens 20.000 Menschen getötet und 2,6 Millionen in die Flucht getrieben. Immer wieder verüben die Extremisten Anschläge und Überfälle auf Dörfer, Kirchen, Schulen, Sicherheitskräfte, Politiker und Behördenvertreter. Seit 2009 entführten die Islamisten zudem tausende Menschen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. Februar 2018 um 19:45 Uhr.

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