Kämpfer der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram | Bildquelle: AFP

Islamistische Terrorgruppe in Westafrika Kamerun schlägt Boko Haram zurück

Stand: 13.01.2015 15:40 Uhr

Die Streitkräfte Kameruns haben Regierungsangaben zufolge 143 Kämpfer der nigerianischen Terrororganisation Boko Haram getötet. Hunderte der radikalen Islamisten hatten im Norden des Landes den grenznahen Militärstützpunkt Kolofata angegriffen und wurden zurückgeschlagen, wie Regierungssprecher Issa Tchiroma Bakary mitteilte.

Der Angriff dauerte den Angaben zufolge rund fünf Stunden und wurde von kamerunischer Seite aus unter anderem durch den Einsatz schwerer Artillerie abgewehrt. Ein kamerunischer Soldat kam ebenfalls ums Leben. Die Opferzahlen in der abgelegenen Region können nicht unabhängig überprüft werden. Die Streitkräfte hätten auch wichtiges Kriegsgerät der Angreifer beschlagnahmt, darunter Schnellfeuerwaffen, schwere Waffen, Munition aller Kaliber und Funkausrüstungen, sagte Bakary. 

Karte: Kolofata in Kamerun
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Der Militärstützpunkt Kolofata liegt im Norden Kameruns und grenzt an Gebiete im Nachbarland Nigeria, die teilweise unter Kontrolle der Islamistengruppe stehen.

Schwerer Rückschlag für Boko Haram

Die Niederlage markiert den schwersten Verlust, den die sunnitischen Fundamentalisten erlitten haben, seit sie im letzten Jahr begannen, verstärkt Ziele in Kamerun angreifen. Kamerun hat seit dem letztem Jahr Tausende zusätzliche Soldaten an die Grenze zu Nigeria verlegt, um die Angriffe der Boko Haram abzuwehren. Präsident Paul Biya rief erst vorige Woche nach Hilfe der internationalen Gemeinschaft um Boko Haram zu stoppen. Der Kampf gegen islamische Fundamentalisten sei ein globales Problem, sagte er vor Diplomaten. 

Checkpoint in Maiduguri, Nigeria | Bildquelle: dpa
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Die Armee zeigt in Maiduguri im Nordosten Nigerias Präsenz.

Boko Haram will im Nordosten Nigerias und angrenzenden Gebieten einen Gottesstaat errichten. Bei einem großangelegten Angriff auf die Stadt Baga sollen in der vergangen Woche Hunderte Menschen getötet worden sein. Nach UN-Angaben flohen inzwischen mehr als 11.000 Menschen vor der Gewalt in das Nachbarland Tschad. Mehr als die Hälfte von ihnen seien Frauen und Mädchen, sagte ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerk in Genf. Etwa 2000 Menschen seien auf einer Insel im Tschadsee gestrandet.

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