Frauen in einem Lager für Binnenflüchtlinge in Nigeria

Neue Rekordzahl von Binnenflüchtlingen 41 Millionen auf der Flucht im eigenen Land

Stand: 11.05.2016 02:45 Uhr

Auf der Flucht vor Krieg oder Naturkatastrophen haben etwa 20 Millionen Menschen ihr Land verlassen. Noch weit mehr sind aber innerhalb ihres eigenen Landes auf der Flucht: fast 41 Millionen, so eine neue Studie. Betroffen sind vor allem drei Staaten der Erde.

Fast 41 Millionen Menschen weltweit sind einer neuen Untersuchung zufolge in ihrem eigenen Land auf der Flucht vor Konflikten und Gewalt. Eine höhere Zahl von Binnenflüchtlingen sei niemals zuvor registriert worden, teilte das Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) mit. Die Zahlen der jetzt vorgelegten Studie beziehen sich auf 2015.

Zahl der Binnenflüchtlinge erreicht neuen Höchststand
tagesschau 14:00 Uhr, 11.05.2016, Joana Jäschke, SWR

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Zahl doppelt so hoch wie die der Flüchtlinge

Die vielen kriegerischen Auseinandersetzungen auf der Welt hätten die Entwicklung ausgelöst. Nach Angaben der Fachleute ist die Zahl der Binnenflüchtlinge in etwa doppelt so hoch wie die Zahl der gut 20 Millionen Flüchtlinge. Binnenflüchtlinge im Sinne des Völkerrechts suchen im eigenen Land Zuflucht vor Gewalt und Krieg. Flüchtlinge hingegen überwinden die Grenze ihres Heimatlandes, um sich in einem anderen Land in Sicherheit zu bringen.

Das IDMC ist nach eigenen Angaben das führende Forschungszentrum, das sich mit Fragen von Vertreibung und Flucht auseinandersetzt. Sitz des Zentrums, das vom Norwegischen Flüchtlingsrat (NRC) unterstützt wird, ist Genf.

Das Flüchtlingscamp Wafaa nahe der irakischen Stadt Ramadi
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Das Flüchtlingscamp Wafaa nahe der irakischen Stadt Ramadi. Der Irak ist - neben Syrien und Jemen - das Land mit den derzeit meisten Binnenflüchtlingen.

Mehr als die Hälfte stammt aus nur drei Staaten

Die Zahl der Binnenflüchtlinge sei durch den Arabischen Frühling 2011 und den Aufstieg der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) in die Höhe geschnellt, sagte NRC-Generalsekretär Jan Egeland, der Ko-Autor des Berichts ist. Mehr als die Hälfte der Binnenvertriebenen stammten aus dem Jemen, Syrien und dem Irak. Auch in Afghanistan, der Zentralafrikanischen Republik, Kolumbien, der Demokratischen Republik Kongo, Nigeria, dem Südsudan und der Ukraine gebe es zahlreiche Binnenflüchtlinge.

Viele fliehen auch vor Bandenkriminalität

Zudem seien 19,2 Millionen Menschen weltweit durch Naturkatastrophen zu Binnenflüchtlingen geworden. Die meisten von ihnen stammten aus Indien, China und Nepal. Hinzu kämen eine nicht genau bekannte Zahl von Binnenvertriebenen durch Drogenhandel und Bandenkriminalität vor allem in El Salvador, Guatemala, Honduras und Mexiko. Das IDMC schätzt ihre Zahl auf eine Million.

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