Präsident Obama (li.) und sein Vize Biden im Rosengarten des Weißen Hauses. | Bildquelle: AFP

Präsidentschaftswahlen in den USA Biden tritt nicht an

Stand: 21.10.2015 18:48 Uhr

Nach langen Spekulationen hat US-Vizepräsident Joe Biden seinen Verzicht auf eine Bewerbung bei der Präsidentschaftswahl 2016 erklärt - aus persönlichen Gründen, wie er sagte. Damit bleibt Hillary Clinton die haushohe Favoritin bei den Demokraten.

US-Vizepräsident Joe Biden wird sich nicht für die Nachfolge von Barack Obama als Präsident der Vereinigten Staaten bewerben. Diese Entscheidung gab er im Rosengarten des Weißen Hauses bekannt. Das Zeitfenster für eine "realistische Präsidentschaftskampagne" habe sich geschlossen, sagte Biden, der mit seiner Frau Jill und Präsident Obama vor die Kameras trat.

Als einen Grund für seinen Verzicht nannte der Politikveteran der Demokraten die Trauer um seinen Sohn. Bidens Sohn Beau war im Mai an den Folgen eines Gehirntumors gestorben.

Er werde sich aber im Wahlkampf engagieren, kündigte Biden an. Die Demokraten sollten die Erfolge von Präsident Obama verteidigen und darauf aufbauen, erklärte er. Über eine mögliche Kandidatur des 72-Jährigen war seit Wochen spekuliert worden.

Zwei Kandidaturen scheiterten

Biden kennt den Politikbetrieb in Washington seit Jahrzehnten. Er wurde schon 1973 zum Senator gewählt. Zweimal versuchte er sich bereits als Bewerber um das Präsidentenamt für seine demokratische Partei. 1988 stieg er nach Plagiatsvorwürfen frühzeitig aus dem Rennen aus und überließ das Feld seinem Parteifreund Michael Dukakis - der dann haushoch gegen George Bush verlor. 2004 konnte sich Biden nicht gegen Obama durchsetzen.

Damit bleiben für 2016 mit der früheren Außenministerin Hillary Clinton sowie Senator Bernie Sanders aus dem Bundesstaat Vermont zwei Bewerber mit ernstzunehmenden Chancen um die Kandidatur für die demokratische Partei. Clinton gilt als Favoritin.

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Mögliche US-Präsidentschaftskandidaten

Hillary Clinton

Sie ist die bekannteste und wohl auch aussichtsreichste Anwärterin auf die Nachfolge von US-Präsident Barack Obama: Hillary Clinton von den Demokraten. Viele Wähler halten Hillary und ihren Mann aber auch für überaus trickreich und geheimniskrämerisch. Und so könnten Vorwürfe, sie habe als Außenministerin einen privaten E-Mail-Account für dienstliche Zwecke gebraucht, ihre Kandidatur belasten. | Bildquelle: REUTERS

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