AKW Doel | Bildquelle: dpa

Erneut Probleme in belgischem AKW Reaktor Doel 1 schaltet sich ab

Stand: 03.01.2016 02:30 Uhr

Nach einer automatischen Abschaltung liegt Belgiens ältester Atomreaktor Doel 1 wieder still. Der Stopp sei sicher und regelkonform verlaufen, erklärte der Betreiber. Umgebung, Mitarbeiter und Einrichtungen des Kraftwerkes seien nicht gefährdet gewesen.

Im umstrittenen belgischen Atomkraftwerk Doel hat sich der Reaktor 1 selbst heruntergefahren. Die Selbstabschaltung in der bei Antwerpen gelegenen Anlage sei gemäß des vorgesehenen Verfahrens erfolgt, sagte ein Sprecher des Betreibers Electrabel der Nachrichtenagentur AFP.

Der Vorfall habe keinerlei Auswirkungen auf die Sicherheit und bedeute "keine Gefahr für das Personal, die Anwohner und die Umwelt", fügte der Unternehmenssprecher hinzu. Die Ursache für die Selbstabschaltung von Doel 1 werde nun geprüft, teilte Electrabel mit. Danach solle der Reaktor wieder angeschaltet werden.

40 Jahre alter Reaktor wieder reaktiviert

Der Reaktor Doel 1 war erst am 30. Dezember wieder hochgefahren worden, nachdem er im Februar nach 40 Jahren am Netz abgeschaltet worden war. Das belgische Parlament beschloss im Juni, die Laufzeit von Doel 1 und 2 um zehn Jahre zu verlängern.

Doel besteht aus insgesamt vier Reaktoren. Die Anlage liegt etwa 150 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt bei Antwerpen im Norden des Landes. Der erneute Betrieb wird vor allem im Nachbarland Deutschland heftig kritisiert. Die nordrhein-westfälische Landesregierung fordert seit Jahren die Stilllegung dieser Anlage.

AKW gelten als unzuverlässig

In Belgiens Atomanlagen kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Am 25. Dezember nahm der Betreiber Electrabel den Reaktor Doel 3 nur vier Tage nach dem Wiederhochfahren wieder vom Netz, da an einer Heißwasserleitung im konventionellen Teil des Kraftwerks ein Leck klaffte. In der Kritik steht auch der etwa 70 Kilometer von Aachen entfernten Standort Tihange.

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