Blumen hängen an einer Ampel vor dem Bataclan-Café . | Bildquelle: AP

Terrorserie von Paris Dritter Bataclan-Attentäter war Franzose

Stand: 09.12.2015 11:48 Uhr

Er wuchs in Straßburg auf und reiste vor zwei Jahren nach Syrien, wo er sich offenbar radikalisierte - die französische Polizei hat den dritten Attentäter identifiziert, der für die Anschläge auf die Pariser Konzerthalle Bataclan mit 90 Toten verantwortlich ist.

Foued Mohamed Aggad | Bildquelle: AFP
galerie

Mohamed-Aggad ist in dem Problemviertel Meinau aufgewachsen

Knapp einem Monat nach der Terrorserie von Paris ist auch der dritte Angreifer auf die Konzerthalle Bataclan als Franzose identifiziert worden. Bei ihm handele es sich um Fouad Mohamed-Aggad, einen aus Straßburg stammenden Mann, der Ende 2013 nach Syrien gegangen sei, teilten die französischen Behörden mit. Damit stammen alle bislang identifizierten Angreifer der Terrorserie aus Frankreich oder Belgien, ihre Muttersprache ist französisch. Sie alle schlossen sich in Syrien der Terrormiliz "Islamischer Staat" an.

Reise nach Syrien

Mohamed-Aggad sei in dem Problemviertel Meinau aufgewachsen und habe Straßburg zur selben Zeit Richtung Syrien verlassen wie eine Gruppe von rund einem weiteren Dutzend junger Männer, so die französischen Sicherheitskräfte. Einige von ihnen seien aus eigenem Antrieb zurückgekehrt - darunter auch Mohamed-Aggads Bruder. Mohamed-Aggad selber sei aber länger dort geblieben.

Die Männer hätten Ermittlern hinterher erzählt, sei seien abgestoßen davon, was sie in dem Bürgerkriegsland gesehen hätten, so die Polizei. Der Franzose, der sie angeworben haben soll, Mourad Fares, sei ebenfalls in Haft. Ihnen wird Terrorismus vorgeworfen.

Automatische Waffen und Sprengstoffgürtel

In der Konzerthalle töteten die drei Terroristen alleine 90 Menschen. Insgesamt starben bei der Terrorserie 130 Menschen, Hunderte wurden verletzt. Im Bataclan waren neben Mohamed-Aggad auch die beiden ebenfalls aus Frankreich stammenden Omar Ismail Mostefai und Samy Amimour dabei. Sie hatten automatische Waffen und Sprengstoffgürtel bei sich. Zwei von ihnen zündeten ihren Sprengstoff, als die Spezialkräfte der Polizei das Gebäude stürmten. Der dritte wurde von einem Polizisten erschossen.

Identität weiterer Attentäter unklar

Die Identifikation der Verdächtigen der anderen Anschläge - neben dem Bataclan gab es Angriffe auf Cafés, Restaurants und das Stade de France - sind noch nicht abgeschlossen. Einer der Verdächtigen, der am 18. November bei einer Razzia in seinem Versteck getötet worden war, ist weiter nicht identifiziert. Ungeklärt ist auch die Herkunft der zwei Selbstmordattentäter am Stade de France. Sie hatten zwar syrische Pässe bei sich. Es wird aber davon ausgegangen, dass diese gefälscht waren.

Bei der Terrorserie waren neben den drei Selbstmordattentätern am Stadion und den drei Attentätern vom Bataclan eine Reihe andere Kommandos beteiligt, die auf Gäste in Restaurants und Bars in Paris schossen.

Dritter "Bataclan"-Attentäter identifiziert
Ursula Welter, DLR
09.12.2015 12:48 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: