Polizei im spanischen Küstenort Cambrils | Bildquelle: AFP

Terror in Spanien Weitere Attacke in Cambrils - fünf Verdächtige erschossen

Stand: 18.08.2017 05:50 Uhr

Nach der Attacke in Barcelona mit mindestens 13 Toten und 100 Verletzten verhinderte die spanische Polizei nach eigenen Angaben einen weiteren Anschlag im Küstenort Cambrils. Fünf Verdächtige mit Sprengstoffgürteln wurden erschossen. Auch sie hatten Zivilisten mit einem Auto überfahren.

Wenige Stunden nach dem Terroranschlag in Barcelona hat die Polizei bei einem Anti-Terror-Einsatz in einem Küstenort in Katalonien fünf mutmaßliche Attentäter getötet. Sieben Menschen wurden bei der Schießerei in Cambrils in der Nacht zu Freitag verletzt, wie die Behörden mitteilten. Darunter seien ein Polizist und sechs Zivilisten. Diese seien überfahren worden. Die Attentäter wollten nach Angaben der Regionalregierung mit einem Wagen in eine Menge rasen, als ihr Wagen von Sicherheitskräften kontrolliert wurde. Als dieser nach einer Verfolgung umgekippt sei, seien sie geflohen und dann niedergeschossen worden.

Kontrollierte Sprengungen

Im Zuge der Operation in Cambrils waren auch Sprengstoffexperten im Einsatz. Die mutmaßlichen Terroristen besaßen laut Polizei Sprengstoffwesten - diese wurden kontrolliert gesprengt. Man gehe von einem Terroranschlag aus, so die Polizei. Anwohner wurden aufgerufen, zuhause zu bleiben.

Auf Videos waren Schüsse und Schreie zu hören. Ein Amateurfilm zeigte auch Männer, die auf dem Boden liegen. Das mögliche Anschlagsziel, der Paseo Marítimo, ist voller Bars und Discos. Die Täter wollten nach Medienberichten möglicherweise einen ähnlichen Anschlag wie in Barcelona verüben. Ihr Wagen sei von der Polizei aber in letzter Minute aufgehalten worden.

Natalia Bachmayer, ARD Madrid, mit Einschätzungen aus Barcelona
nachtmagazin 00:20 Uhr, 18.08.2017

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Verbindung nach Alcanar

Die Polizei überprüfte auch, welche Verbindung zwischen Cambrils, Barcelona und dem Ort Alcanar bestehe, wo am Mittwoch bei einer Explosion in einem Haus ein Mensch getötet wurde. Angeblich stand der Fahrer von Cambrils in Verbindung mit einer Dschihadisten-Zelle in Alcanar, so die Zeitung "La Vanguardia".

Ermittler gehen davon aus, dass eine "klare" Verbindung zwischen den Ereignissen in Alcanar und dem Anschlag von Barcelona besteht. Nach der Attacke in der Millionenstadt nahm die Polizei zwei Verdächtige in Alcanar und Ripoll fest. Einer der beiden Festgenommenen sei ein Marokkaner, der andere komme aus der spanischen Exklave Melilla. Der Fahrer, der den Lieferwagen in die Menschenmenge steuerte, ist jedoch nicht darunter. Er ist weiter flüchtig. Ein bei einer Polizeikontrolle erschossener Verdächtiger habe nach bisherigen Erkenntnissen keine Verbindungen zu der Tat gehabt. Er hatte nach Medienberichten versucht, eine Polizeikontrolle zu durchbrechen.

Georg Mascolo, ARD-Terrorismusexperte, zum Anschlagsmuster der "Islamischen Staates"
tagesthemen 22:15 Uhr, 17.08.2017

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Über dieses Thema berichteten am 17. August 2017 die tagesthemen um 22:15 Uhr und das nachtmagazin um 00:20 Uhr.

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