Polizisten in Barcelona | Bildquelle: REUTERS

Attacken in Barcelona und Cambrils Viele Fragen nach Ramblas-Angriff

Stand: 19.08.2017 13:07 Uhr

Ein 17-Jähriger am Steuer des Lieferwagens von Barcelona - nach dem Terrorangriff auf dem Ramblas war dies ein Verdacht, dem die Polizei nachging. Nun aber konzentriert sich die Fahndung offenbar auf einen 22-jährigen Marokkaner.

Auch zwei Tage nach dem Anschlag von Barcelona hat die Polizei noch keine eindeutigen Erkenntnisse darüber, wer den Lieferwagen auf der Flaniermeile Las Ramblas gesteuert hat.

Zuletzt waren die Ermittler dem Verdacht nachgegangen, ein 17-jähriger Marokkaner habe den Lkw gelenkt. Der junge Mann war mehrere Stunden nach dem Terroranschlag einem Polizeieinsatz in der 100 Kilometer von Barcelona entfernt gelegenen Stadt Cambrils erschossen worden.

Jan-Peter-Bartels, ARD Madrid, zum Stand der Ermittlungen
tagesschau24 12:00 Uhr, 19.08.2017

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Verdacht schwächt sich ab

Der katalanische Polizeichef Josep Lluís Trapero bezeichnete den Verdacht in einem TV-Interview als eine "Möglichkeit", die allerdings an Gewicht verliere.

Es gebe derzeit "keine ausreichenden Beweise". Offen sei auch, wie er nach der Tat von Barcelona nach Cambrils gelangt sein könnte.

Weiterer Verwandter im Fokus

Medienberichten zufolge richtet sich die Aufmerksamkeit der Polizei auf einen derzeit flüchtigen 22 Jahre alten Marokkaner. Dabei handele es sich um den Bruder eines der getöteten Terrorverdächtigen von Cambrils. Demnach stammt er aus Ripoll rund 100 Kilometer nördlich von Barcelona.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" reklamierte die Angriffe für sich. Mehrere Glaubenskämpfer hätten sie in zwei Gruppen ausgeführt und "Kreuzfahrer" ins Visier genommen, teilte er über das Internet mit. Bisher war das Bekenntnis nur von seinem Sprachrohr Amak verbreitet worden.

Anschlag auf Tourismuszentrum

Bei der Attacke in Barcelona am Donnerstag waren mindestens 13 Menschen getötet worden. Eine Frau starb zudem nach einem weiteren Angriff in der Küstenstadt Cambrils. Unter den mehr als 100 Verletzten sind auch mindestens 13 Deutsche, zwei von ihnen schweben in Lebensgefahr.

Insgesamt 54 Verletzte befanden sich am Vormittag noch im Krankenhaus. Zwölf Patienten seien in kritischem Zustand, 25 weitere schwer verletzt, teilten die katalonischen Notfalldienste mit.

Wie groß war das Netzwerk?

Die Polizei vermutet, dass hinter der Tat ein Netzwerk von mindestens zwölf Verdächtigen steckt. Fünf von ihnen wurden bei dem Feuergefecht in Cambrils getötet, vier festgenommen.

Drei weitere wurden noch nicht gefunden. Einer oder zwei von ihnen könnten bei der Explosion in einem Wohnhaus in dem südkatalonischen Ort Alcanar am Mittwoch umgekommen sein. Die Ermittler vermuten, dass die Gruppe dort Sprengstoff für ein noch größeres Attentat als das in Barcelona vorbereitete.

Möglicherweise ist ein Teil der Zelle nach Frankreich geflüchtet. Nach Medienberichten fahndet die französische Polizei nach einem Kleintransporter, der von Verdächtigen der Anschläge in Spanien gemietet worden sei und möglicherweise die Grenze zu Frankreich überquert habe.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. August 2017 um 12:00 Uhr.

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