Trauer um die Opfer der Anschläge in Barcelona. | Bildquelle: AFP

Anschläge in Spanien 15 Tote - alle identifiziert

Stand: 21.08.2017 15:17 Uhr

Die spanischen Behörden haben alle Opfer der Anschläge vergangene Woche identifiziert. Die Zahl der Toten steigt auf 15. Nach dem mutmaßlichen Haupttäter wird europaweit gefahndet. Der mutmaßliche Kopf der Terrorzelle - ein Imam - ist höchstwahrscheinlich tot.

Vier Tage nach dem Terroranschlägen in der spanischen Region Katalonien sind alle Opfer identifiziert. Insgesamt gibt es 15 Tote. Es handele sich um acht männliche Opfer, darunter zwei minderjährige, und sieben Frauen, sagte Justizminister Carles Mundó. Unter den Toten seien sechs Spanier, drei Italiener, zwei Portugiesen, eine Belgierin, ein US-Amerikaner, ein Kanadier und ein Kind mit australisch-britischer Nationalität. Bei der Pressekonferenz nannte der katalanische Innenminister Joaquim Forn auch die höhere Zahl der Todesopfer bei den Anschlägen.

Nach Anschlag in Barcelona: Stand der Ermittlungen
tagesschau 16:00 Uhr, 21.08.2017, Jan-Peter Bartels, ARD Madrid

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Mann auf der Flucht erstochen

Das weitere Opfer sei ein 34-jähriger Spanier, der erstochen in einem Auto gefunden worden sei, das vermutlich von dem Angreifer verwendet worden sei, um vom Tatort zu fliehen, sagte Forn. Die vorherige Todesopferzahl hatte bei 14 gelegen. Davon kamen 13 bei dem Anschlag mit einem Transporter auf der Promenade Las Ramblas in Barcelona am Donnerstag ums Leben. Eine Frau wurde Stunden später in Cambrils von mutmaßlichen Terroristen auf der Flucht überfahren. Die fünf Männer wurden im Küstenort rund 100 Kilometer südwestlich von Barcelona wenig später von der Polizei erschossen.

Europaweite Fahndung

Nach dem mutmaßlichen Haupttäter, einem 22-jährigen Marokkaner, wird europaweit gefahndet. Es gibt offenbar keine Indizien dafür, dass Younes Abouyaaquoub inzwischen die Region an der Grenze zu Frankreich verlassen hat. Der 22-Jährige ist nach Erkenntnissen der Behörden jener Mann, der am Donnerstag auf der Touristenmeile Las Ramblas mit einem Lieferwagen gezielt Passanten überfuhr. Der Marokkaner sei nach den vorliegenden Erkenntnissen der einzige Insasse des Terrorfahrzeugs gewesen, so Minister Forn.

Verdächtiger Anschlag Barcelona | Bildquelle: AP
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Nach Younes Abouyaaquoub wird europaweit gesucht.

Imam soll in Belgien gewesen sein

Die katalanische Polizei durchsuchte nach Medienberichten erneut mehrere Häuser und Wohnungen in dem Ort Ripoll rund 100 Kilometer nördlich von Barcelona. Aus Ripoll stammten Abouyaaquoub und auch der Imam Abdelbaki Es Satty. Der Geistliche wird verdächtigt, Kopf der Terrorzelle gewesen zu sein, die hinter Anschlag von Barcelona und der Attacke im Küstenort Cambrils stand. Er hatte bis Juni in einer Moschee in dem Ort am Fuße der Pyrenäen gepredigt. Die belgischen Behörden bestätigten, dass er sich zeitweise in Belgien aufgehalten hatte. Er war aber zuvor nicht durch Terror-Verbindungen aufgefallen. Eine Verbindung zu den Terroranschlägen von Brüssel 2016 sei derzeit nicht ersichtlich.

Der Imam kam vermutlich bei einer Explosion in Alcanar ums Leben, wo die Terroristen ihre Anschläge vorbereitet haben sollen. "Alles deutet darauf hin", sagte Polizeichef Josep Lluís Trapero. Im Haus hatte die Terrorzelle unter anderem 120 Gasflaschen gehortet. 

In Alcanar gefundene Gasflaschen | Bildquelle: AFP
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120 Gasflaschen sollen die Terroristen in einem Haus in Alcanar gehortet haben.

12-köpfige Terrorzelle

Laut Polizei bestand die verantwortliche Terrorzelle aus zwölf Männern, die alle Verbindungen nach Ripoll hatten. Fünf von ihnen fuhren nach der Attacke in Barcelona in den Küstenort Cambrils weiter. Dort war nach Informationen der Zeitung "El Pais" offenbar keine Auto-Attacke, sondern ein Angriff auf Passanten mit Messern und Äxten geplant. Weil das Fahrzeug kontrolliert wurde, seien die Terroristen davongerast und hätten auf der Flucht eine Frau überfahren, berichtete das Blatt unter Berufung auf Ermittler. Mehrere Menschen wurden verletzt, die fünf Angreifer wurden erschossen.

Vier Tatverdächtige wurden festgenommen. Sie sollen voraussichtlich am Dienstag dem zuständigen Ermittlungsrichter in Barcelona vorgeführt und verhört werden. Die Polizei geht zudem davon aus, dass zwei mutmaßliche Extremisten bei der versehentlichen Explosion im Haus in Alcanar getötet wurden, darunter der Imam.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. August 2017 u.a. um 14:00 und 15:00 Uhr.

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