Fahrzeugkontrollen in Ripoll | Bildquelle: REUTERS

Anschläge in Spanien Neue Durchsuchung und europaweite Fahndung

Stand: 21.08.2017 15:17 Uhr

Die spanischen Ermittler konzentrieren sich nach den Anschlägen in Spanien auf die Suche nach dem letzten noch flüchtigen Mitglied der Terrorzelle. Nach dem 22-Jährigen aus Ripoll wird europaweit gesucht. Er gilt nun auch offiziell als Hauptverdächtiger.

Nach dem Anschlag in Barcelona und der Attacke in Cambrils mit mindestens 14 Toten hat die Polizei erneut eine Wohnung in Ripoll durchsucht. Augenzeugen sprachen laut Medienberichten von einem "beachtlichen Polizeieinsatz". Katalonische Beamte hätten in der Unterkunft im Stadtteil Sant Pere unter anderem Taschen und einen Karton mit Material sichergestellt. Die örtliche Polizei habe eine Straße in der Altstadt für den Verkehr gesperrt.

Erst am Samstag hatte die Polizei in Ripoll das Haus eines Imams durchsucht, der als möglicher Kopf der zerschlagenen Terrorzelle gilt. Er hatte bis Juni in einer Moschee in dem Ort rund 100 Kilometer nördlich von Barcelona gepredigt. Der Geistliche kam möglicherweise bei einer Explosion in Alcanar ums Leben, wo die Terroristen ihre Anschläge vorbereitet haben sollen.

Fahndung nach 22-jährigem Marokkaner

Die spanische Polizei konzentriert sich bei ihrer Suche nach dem mutmaßlich letzten Mitglied der für die Anschläge verantwortlichen Terrorzelle auf einen 22 Jahre alten Marokkaner. Younes Abouyaaquoub, der aus Ripoll stammt, sei der einer der Angreifer, sagte ein Ermittler dem Sender Catalunya Radio. Nach ihm werde europaweit gefahndet. Alles deute darauf hin, dass er das Tatfahrzeug steuerte, das am Donnerstag in Barcelona in Passanten gerast war. Bei dem Anschlag auf der Flaniermeile Las Ramblas im Herzen Barcelonas kamen 13 Menschen ums Leben, 120 wurden verletzt.

Verdächtiger Anschlag Barcelona | Bildquelle: AP
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Nach Younes Abouyaaquoub wird europaweit gesucht.

Laut Polizei bestand die verantwortliche Zelle aus zwölf Männern, die alle Verbindungen zur nordspanischen Stadt Ripoll hatten. Fünf von ihnen fuhren nach der Attacke in Barcelona in den Küstenort Cambrils weiter. Dort war nach Informationen der Zeitung "El Pais" offenbar keine Auto-Attacke, sondern ein Angriff auf Passanten mit Messern und Äxten geplant. Weil das Fahrzeug kontrolliert wurde, seien die Terroristen davongerast und hätten auf der Flucht eine Frau überfahren, berichtete das Blatt unter Berufung auf Ermittler. Mehrere Menschen wurden verletzt, die fünf Angreifer wurden erschossen.

Vier Tatverdächtige wurden festgenommen. Sie sollen voraussichtlich am Dienstag dem zuständigen Ermittlungsrichter in Barcelona vorgeführt und verhört werden. Die Polizei gehe zudem davon aus, dass zwei mutmaßliche Extremisten bei der versehentlichen Explosion im Haus in Alcanar getötet wurden.

Über dieses Thema berichteten am 21. August 2017 Inforadio um 06:29 sowie um 08:24 Uhr und tagesschau24 um 09:00 Uhr.

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