Soldaten und Panzerfahrzeuge in Dhaka, Bangladesch  | Bildquelle: REUTERS

Geiselnahme in Bangladesch Mutmaßlicher Drahtzieher getötet

Stand: 06.01.2017 09:59 Uhr

Die Polizei hat in Bangladesch einen der mutmaßlichen Drahtzieher einer Geiselnahme getötet, bei der im Juli gezielt Ausländer ermordet worden waren. Bereits Ende August war ein mutmaßlicher Komplize des Mannes erschossen worden.

Einer der mutmaßlichen Drahtzieher einer Geiselnahme in Bangladesch ist bei einem Polizeieinsatz getötet worden. Nach dem Einsatz seien zwei Leichen gefunden worden, darunter die von Nurul Islam Marzan, sagte ein Polizeisprecher. Der andere Tote sei ebenfalls ein mutmaßlicher Extremist, dessen Identität nicht mitgeteilt wurde. Ob Marzan bei dem Einsatz erschossen worden sei oder Suizid begangen habe, sei noch unklar.

Weiterer mutmaßlicher Drahtzieher schon tot

Der Polizeieinsatz hatte den Angaben zufolge in den frühen Morgenstunden im Viertel Rayer Bazar stattgefunden. Knapp zwei Monate nach der tödlichen Geiselnahme hatten Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben bereits einen mutmaßlichen Komplizen Marzans getötet. Bei dem Mann soll es sich um Tamim Chowdhury gehandelt haben, einen in Bangladesch geborenen Islamisten mit kanadischer Staatsangehörigkeit.

Islamistische Angreifer hatten am 1. Juli das Café "Holey Artisan Bakery" gestürmt und 20 Geiseln getötet. 18 von ihnen waren Ausländer: neun Italiener, sieben Japaner, eine Inderin und ein US-Bürger. Nach elf Stunden stürmte die Polizei das Café, dabei wurden sechs Geiselnehmer sowie zwei Polizisten getötet.

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Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hatte die Tat für sich reklamiert. Bangladeschs Regierung legte sie aber Mitgliedern der verbotenen einheimischen Gruppe Jamayetul Mujahideen Bangladesh (JMB) zur Last, zu deren Führungskadern Marzan gehört haben soll. Die bangladeschische Polizei hat mittlerweile bei Razzien rund 40 mutmaßliche islamistische Extremisten im Zusammenhang mit dem Anschlag getötet.

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