Pressekonferenz mit Arkadi Babtschenko in der Pressekonferenz mit dem ukrainischen Geheimdienstchef Wassili Grizak (links) und dem Generalstaatsanwalt Yuri Lutsenko | Bildquelle: REUTERS

Angeblich getöteter Journalist Babtschenko doch am Leben

Stand: 30.05.2018 17:48 Uhr

Erst hatte die ukrainische Polizei erklärt, der russische Journalist Babtschenko sei ermordet worden. Doch er lebt. Der ukrainische Geheimdienst inszenierte den Mord - nach eigenen Angaben, um einen tatsächlichen Anschlag zu verhindern.

Der angeblich in der Ukraine getötete russische Journalist Arkadi Babtschenko ist doch nicht tot. Der 41-Jährige erschien unverletzt auf einer Pressekonferenz des ukrainischen Geheimdienstes SBU.

Der angebliche Mord sei eine über Monate vorbereitete Aktion gewesen, um Anschlagspläne des russischen Geheimdienstes zu enttarnen, sagte SBU-Chef Wassili Grizak. Russische Spezialkräfte hätten den Tod des Reporters in Kiew angeordnet. "Wir haben einen Mordanschlag auf Babtschenko mit einem Spezialeinsatz verhindert", ergänzte Grizak.

Der Auftragsmörder, der nach Grizaks Angaben Babtschenko töten sollte, sei ukrainischer Staatsbürger und habe für die Tat 40.000 Dollar erhalten. Er sei mittlerweile in Haft und werde verhört. Der ukrainische Geheimdienst habe Informationen über den Mordanschlag erhalten und ihn dann verhindert.

Ukrainischer Geheimdienst inszeniert Mord an Babtschenko
tagesthemen 22:15 Uhr, 30.05.2018, Demian von Osten, ARD Moskau

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Seit einem Monat eingeweiht

Babtschenko sagte auf der Pressekonferenz, er sei vor etwa einem Monat eingeweiht worden. "In diesem Monat habe ich gesehen, wie die Jungs arbeiten, wie eifrig sie sind. Den ganzen Monat über waren wir im Kontakt, haben nachgedacht, gearbeitet, gehandelt. Und das Ergebnis war dieser Spezialeinsatz." Er entschuldigte sich bei seiner Frau "für die ganze Hölle, die sie durchmachen musste".

Bislang hatten die ukrainischen Behörden mitgeteilt, Babtschenko sei am Dienstagabend in Kiew erschossen worden. Die ukrainische Regierung hatte Moskau für den politischen Mord verantwortlich gemacht, was Russland zurückgewiesen hatte.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sicherte Babtschenko via Twitter zu, für seine Sicherheit zu sorgen. "Ich habe den Befehl erteilt, Arkadi und seine Familie zu beschützen." Zudem lobte er die eigenen Sicherheitsdienste: "Die ukrainischen Dienste werden jeden Tag darin besser, die russische Aggression abzuwehren", so Poroschenko weiter.

Das russische Außenministerium erklärte, es freue sich über die Nachricht, dass der Journalist noch am Leben sei. Allerdings habe ihn die Ukraine für ihre Propaganda benutzt.

Ausgewiesener Kremlkritiker

Babtschenko ist ein ausgewiesener Kritiker des Kremls. Er diente in den 1990er-Jahren als junger russischer Soldat im Tschetschenien-Krieg. Im Buch "Die Farbe des Krieges" machte er sich literarisch einen Namen mit der Schilderung der Brutalitäten in der russischen Armee sowie im Kampf gegen die Rebellen.

Babtschenko hatte Russland vor zwei Jahren verlassen, weil er dort Repressionen ausgesetzt war. In Moskau hatte er für die oppositionelle Zeitung "Nowaja Gaseta" und den liberalen Radiosender Moskauer Echo gearbeitet. Zuletzt betätigte sich Babtschenko von Kiew aus für den krimtatarischen ukrainischen Sender ATR und betrieb einen Internet-Blog.

Spektakuläre Wende im Fall Babtschenko: Russischer Journalist lebt!
Markus Sambale, ARD Moskau
30.05.2018 18:42 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Mai 2018 um 17:00 Uhr.

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