Journalisten sprechen mit Flüchtlingen hinter dem Lagerzaun auf Nauru.

Nach Berichten über Misshandlungen Nauru weist Flüchtlingsvorwürfe zurück

Stand: 16.08.2016 10:42 Uhr

Mehrfach haben Menschenrechtsgruppen auf die unwürdige Unterbringung von Flüchtlingen auf Nauru hingewiesen. Dorthin lässt Australien alle Bootsflüchtlinge bringen. Jetzt wehrt sich die Regierung des Inselstaats gegen die Vorwürfe.

Nach der Veröffentlichung Tausender Dokumente über die mutmaßliche Misshandlung von Flüchtlingen weist der Pazifikstaat Nauru die Vorwürfe weitgehend zurück. Die meisten Anschuldigungen würden "erfunden", um nach Australien verlegt zu werden, schrieb die Regierung auf Twitter. "Die sogenannten Berichte beruhen ausschließlich auf solchen Behauptungen." Der Inselstaat beschuldigte linke Medien, grüne Abgeordnete und Flüchtlingsaktivisten, die Asylbewerber "als Pfand für ihre politische Agenda zu missbrauchen".

Australien zweifelt Berichte an

Auch der australische Einwanderungsminister hatte die Berichte in der vergangenen Woche angezweifelt. Manche erfänden Fälle von sexuellem Missbrauch, um so den Flüchtlingsstatus in Australien zu erhalten, sagte Peter Dutton. "Denn letztlich haben diese Leute Menschenhändlern Geld gezahlt und wollen in unser Land."

Manche Menschen seien so weit gegangen, sich selbst zu verletzen, "und sicherlich haben einige falsche Behauptungen gemacht", sagte der Minister. Die Regierung werde aber keinen Missbrauch tolerieren.

Die Zeitung "The Guardian Australia" hatte am Mittwoch Auszüge von mehr als 2100 Berichten veröffentlicht, die das Personal in dem Flüchtlingslager auf Nauru anfertigte. Dokumentiert sind demnach etliche Fälle von sexuellen Übergriffen, Kindesmissbrauch und Selbstverletzungen. In mehr als der Hälfte der Fälle seien die Opfer Kinder.

Schon mehrfach hatten Menschenrechtsgruppen in der Vergangenheit auf die unwürdige Unterbringung von Flüchtlingen auf Nauru und auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Pazifikinsel Manus hingewiesen. Dorthin lässt Australien alle Bootsflüchtlinge bringen, die grundsätzlich nicht ins Land gelassen werden. Auch wenn ihr Asylantrag angenommen wird, müssen die Flüchtlinge dort bleiben. Australien wird immer wieder für seine harte Einwanderungspolitik kritisiert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. August 2016 um 17:38 Uhr.

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