Obama beim APEC-Gipfel | Bildquelle: AP

APEC-Gipfel in Lima Dicke Luft und viele Fragezeichen

Stand: 20.11.2016 20:53 Uhr

Wie wird sich der Freihandel unter dem zukünftigen US-Präsidenten Trump entwickeln? Diese Frage stand beim APEC-Gipfel im peruanischen Lima im Mittelpunkt. Der noch amtierende US-Präsident Obama warb dafür, Trump zumindest eine Chance zu geben.

Von Anne Herrberg, ARD-Studio Südamerika

Ein Gespenst geht um, auch auf der APEC-Konferenz in Lima. Es wirft Grundsatzfragen auf, schürt Ängste und sorgt für dicke Luft. Sein Name: Donald Trump.

Jeder Regierungswechsel schüre Unsicherheiten, sagte der noch amtierende Präsident Barack Obama, warnte aber gleichzeitig vor zu schnellen Urteilen: "Erwartet nicht das Schlechteste. Hofft, dass die Administration ihren Job machen und arbeiten wird, danach kann man sein Urteil fällen." Man könne vom Wahlkampf nicht darauf schließen, wie jemand regiert.

Trotzdem verkörpert der Name Trump auf dem APEC-Gipfel das Schreckgespenst des Protektionismus: Die Ablehnung von Freihandelsabkommen war eines der zentralen Wahlkampfthemen des zukünftigen US-Präsidenten. "Es gibt hier eine enorme Verzweiflung darüber, wie Trump zum Freihandel steht", sagte Neuseelands Premierminister John Key. "Aber das darf die wirtschaftliche Integration im Rest der Welt nicht ins Stocken geraten lassen. Selbst wenn sich die Vereinigten Staaten nicht am Freihandel beteiligen wollen, muss Präsident Trump wissen, dass andere Länder es wollen und dass sie es auch tun werden."

Obama warnt auf APEC-Gipfel vor Vorverurteilung seines Nachfolgers Trump
tagesschau 13:15 Uhr, 20.11.2016, Matthias Ebert, SWR

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China prescht vor

Und das sind nicht nur Neuseeland und die zehn weiteren Pazifik-Staaten, mit denen die USA an der weltweit größten Freihandelszone TPP feilten - von Obama vor allem auch als Bollwerk gegen China gedacht. Nun drängt gerade der asiatische Riese auf ein Projekt, bei dem alle 21 APEC-Staaten beteiligt sind - unter Führung der Volksrepublik versteht sich.

China werde seine Türen nicht verschließen - im Gegenteil: "Wir teilen die Meinung, dass alle APEC-Teilnehmer im Geiste der Partnerschaft zusammenarbeiten sollten, um eine offene Weltwirtschaft zu schaffen, die stabiles, nachhaltiges und ausgeglichenes Wachstum für alle bringt", sagt Chinas Staatschef Xi Jinping auf dem Gipfeltreffen in Lima, bei dem er auch mit Obama zusammentraf. Beide Seiten betonten, dass Zusammenarbeit wichtig sei - bei wirtschaftlichen, aber auch bei sicherheitspolitischen Fragen - und hofften auf einen reibungslosen Übergang im Verhältnis beider Länder.

Obama wirbt für Dialog

Der zukünftige US-Präsident Trump hatte China im Wahlkampf als Währungsmanipulator gebrandmarkt - und die Sorge vor einer Art Handelskrieg geschürt. Obama warb in Peru noch einmal für Dialog und Demokratie, auf einer Veranstaltung sprach er mit rund 1000 Studenten und jungen Führungskräften. Nach seinen Besuchen in Griechenland und Deutschland ist Lima die letzte Station der Abschlusstournee des US-Präsidenten.

"Ich bin ein sehr stolzer Amerikaner und mein Job als US-Präsident ist es, die Interessen meines Landes zu schützen", sagte Obama. "Aber ich sage immer: Der beste Weg ist, nicht nur nach uns selbst, sondern auch nach unseren Nachbarn zu schauen, denn wenn deren Haus abbrennt, brennt unseres irgendwann mit ab."

Zu dem mit Spannung erwarteten Treffen zwischen Russlands Präsident Wladimir Putin und Obama ist es in Lima indes nicht gekommen - jedenfalls nicht am Samstag. Am Sonntag dann folgte immerhin eine kurze, vierminütige Begegnung. "Zu Beginn der Sitzung haben sie sich begrüßt und ein paar Worte gewechselt", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die Beziehungen zwischen Washington und Moskau liegen wegen des Syrien-Krieges auf Eis. Putin, der entgegen vorheriger Ankündigungen keine offizielle Rede auf dem APEC-Gipfel hielt, setzt auf bessere Beziehungen mit Trump und traf sich in Lima derweil mit dem autoritären philippinischen Präsidenten Caudillo Rodrigo Duterte.

Auf dem Schachbrett der Welt ist vieles in Bewegung, das zeigt sich auch beim APEC-Gipfel in Peru.

Dicke Luft und viele Fragezeichen beim Apec-Gipfel in Lima
A. Herrberg, BR
20.11.2016 07:13 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. November 2016 um 13:15 Uhr.

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