Ein Mann und eine Frau begutachten das Ausmaß der Zerstörung nach einer Bombenexplosion in Mogadischu | Bildquelle: AFP

Terror in Somalia Viele Tote bei Selbstmordanschlag

Stand: 15.10.2017 12:41 Uhr

Bei der Explosion einer Lastwagenbombe in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mehr als 90 Menschen getötet worden. Ziel war offenbar ein beliebtes Hotel. Die Regierung vermutet die Al-Shabaab-Miliz hinter dem Anschlag, es bekannte sich bislang aber niemand dazu.

Bei einem der verheerendsten Selbstmordanschläge der vergangenen Jahre in Somalia sind mehr als 90 Menschen getötet worden. Etliche Opfer seien aus den Trümmern der beschädigten Gebäude in der Hauptstadt Mogadischu geborgen worden, sagte ein Polizist. Zudem wurden demnach bei der Explosion einer Lastwagenbombe im Zentrum Mogadischus rund 120 Menschen verletzt. Die meisten Opfer seien Zivilisten, so ein Mitarbeiter des Madina-Krankenhauses, in das viele der Opfer gebracht wurden.

Autobombe mit großer Sprengkraft

Ein Lastwagen sei mit hoher Geschwindigkeit eine Straße entlang gerast und habe im Stau stehende Motorräder sowie Autos überrollt oder aus dem Weg geschoben, berichteten Augenzeugen. Sicherheitskräfte hatten demnach versucht, auf den Fahrer zu schießen, er erreichte aber dennoch eine der belebtesten Kreuzungen in Mogadischu und sprengte sich dort in die Luft. Umliegende Gebäude wurden massiv beschädigt. Noch in Hunderten Metern Entfernung gingen Fenster zu Bruch, Türen wurden aus den Angeln gerissen. Einige Gebäude stürzten teilweise ein. In der Gegend befinden sich etliche Hotels, Läden, Restaurants und Regierungsgebäude.

Augenzeugen berichteten, womöglich sei ein bei Regierungsmitarbeitern, Journalisten und aus dem Ausland zurückkehrenden Somalis beliebtes Hotel Ziel des Attentäters gewesen. "Ich habe noch nie so einen schlimmen Anschlag gesehen", sagte Ahmed Hassan, ein Augenzeuge. "Die Zerstörung sieht aus wie nach einem Erdbeben."

Regierung macht Al-Shabaab verantwortlich

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag, der Informationsminister des Landes machte aber die Terrormiliz Al-Shabaab dafür verantwortlich. Der Angriff sei eine nationale Tragödie, sagte Somalias Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed im staatlichen Radio. Er forderte die Menschen auf, für die Verletzten Blut zu spenden und rief eine dreitägige Trauerzeit aus.

In Somalia kommt es immer wieder zu Anschlägen durch Al-Shabaab. Die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida in Verbindung stehenden militanten Sunniten wollen in dem Land am Horn von Afrika einen sogenannten Gottesstaat errichten. Eine 22.000 Mann starke Truppe der Afrikanischen Union unterstützt die somalischen Streitkräfte im Kampf gegen die Terrormiliz.

Schwerer Bombenanschlag in Mogadischu
Alexander Göbel, ARD Nairobi
14.10.2017 18:44 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 14. Oktober 2017 NDR Info um 16:45 Uhr und tagesschau24 um 17:00 Uhr.

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