Forensiker machen Fotos am Anschlagsort. | Bildquelle: REUTERS

Doppelanschlag in libanesischer Hauptstadt Dutzende Tote in Beirut - Tag der Trauer

Stand: 13.11.2015 10:49 Uhr

Mehr als 40 Tote, 240 Verletzte: Nach dem Anschlag in der libanesischen Hauptstadt Beirut ist für heute ein Tag der Trauer ausgerufen worden. Die Angriffe ereigneten sich in einer Hochburg der schiitischen Hisbollah-Miliz. Zu der Tat soll sich der IS bekannt haben.

Nach dem Doppelanschlag im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut gedenkt das Land heute der Opfer. Ministerpräsident Tammam Salam rief einen Tag der Trauer aus. Die Flaggen wehen auf halbmast. Schulen und Universitäten blieben geschlossen.

Das Gesundheitsministerium geht davon aus, dass es bei den Anschlägen vom Donnerstag mindestens 43 Tote und 239 Verletzte gab, wie die offizielle Nachrichtenagentur NNA meldete.

Ein Regierungsbeamter berichtete, zwei Selbstmordattentäter hätten sich während des Feierabendverkehrs in dem vorwiegend von Schiiten bewohnten Vorort Burdsch al-Baradschne in die Luft gesprengt. Ein Attentäter habe seinen Sprengsatz vor einer schiitischen Moschee gezündet, der Zweite in einer Bäckerei. Die beiden Tatorte lagen weniger als 50 Meter auseinander.

Nach Anschlag in Beirut steigt die Zahl der Todesopfer
Tagesschau 09:00 Uhr, 13.11.2015

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Attentat in Hisbollah-Hochburg

Das Attentat ereignete sich in einem Vorort, der eine Hochburg der Hisbollah ist. Die Schiiten-Miliz kämpft im syrischen Bürgerkrieg an der Seite der Regierungstruppen von Präsident Bashar al-Assad gegen Rebellen. Im Internet kursierte ein Bekennerschreiben der sunnitischen Extremistengruppe "Islamischer Staat" (IS), das nicht verifiziert werden konnte.

Der Verdacht, dass die Terrororganisation für den Anschlag verantwortlich ist, verhärtet sich aus Sicht von ARD-Korrespondent Thomas Aders jedoch zusehends. Die Aussagen von libanesischen Sicherheitskräften decken sich zum Großteil mit den Angaben im Bekennerschreiben. Zudem zähle die Hisbollah zu den Hauptfeinden des IS und ein Anschlag auf die Miliz wäre zugleich ein Schlag gegen das Regime Assads.

Thomas Aders, ARD Kairo, zu den Anschlägen in Beirut
tagesschau24 10:15 Uhr, 13.11.2015

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Die südlichen Vororte Beiruts waren in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel von Attentaten. Seit Juni 2014 war es dort allerdings ruhig geblieben. Stunden vor dem Doppelanschlag hatte die Hisbollah gemeinsam mit Assads Truppen eine strategisch wichtige Stadt in Syrien von islamistischen Rebellen zurückerobert.

Anschlag als Zeichen gegen Assad-Verbündete

Der Anschlag in der Hisbollah-Hochburg sei eine "klare Antwort" auf das Engagement der schiitischen Miliz an der Seite Assads im syrischen Bürgerkrieg, erklärte ARD-Korrespondent Volker Schwenck in den tagesthemen. "Die sunnitische Terrormiliz IS versucht, den syrischen Krieg in den Libanon hineinzutragen", ergänzte er.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Selbstmordanschläge. Nach Angaben eines Sprechers zeigte er sich tief betrübt über die hohe Zahl an Opfern und Verletzten. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier rief alle gemäßigten Kräfte im Libanon auf, einer weiteren Eskalation entgegenzuwirken. Mehr denn je seien nun Anstrengungen für einen politischen Ausgleich nötig. Der Anschlag sei ein direkter und bewusster Angriff auf die Stabilität des Libanon.

Selbstmordanschläge mit vielen Toten in Beirut
N. Amin, ARD Kairo
13.11.2015 03:51 Uhr

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