Angehörige trauen um die Opfer des Terroranschlags von Ankara | Bildquelle: REUTERS

Regierung verdächtigt PKK Festnahmen nach Anschlag von Ankara

Stand: 14.03.2016 18:26 Uhr

Nach dem Anschlag in Ankara mit 37 Toten hat die Polizei elf Menschen festgenommen. Zu der Tat bekannte sich bislang niemand. Die Regierung vermutet die PKK hinter der Gewalttat. Dafür gebe es "starke Beweise", sagte Ministerpräsident Davutoglu.

Nach dem Selbstmordanschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara mit 37 Toten hat die Polizei elf Verdächtige festgenommen. Das gab Ministerpräsident Ahmet Davutoglu bekannt. Und er sprach einen Verdacht in Richtung PKK aus: "Es gibt ernsthafte, fast sichere Erkenntnisse, die auf die separatistische Terrororganisation deuten", sagte Davutoglu nach einem Besuch bei Verletzten des Anschlags in einem Krankenhaus der türkischen Hauptstadt. Doch seien die DNA-Tests der beiden mutmaßlichen Attentäter noch nicht abgeschlossen.

Mindestens eine Frau unter den Attentätern

Regierungsangaben zufolge war eine Frau unter den beiden Selbstmordattentätern. Zudem habe sich ein Mann in die Luft gesprengt. Die beiden hatten ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug an einer Bushaltestelle in der Nähe des Kizilay-Platzes in Ankara explodieren lassen. Medien berichten, die mutmaßliche Attentäterin, eine 24-jährige Studentin, sei in einem Prozess wegen PKK-Mitgliedschaft angeklagt gewesen, habe sich aber für die Dauer des Verfahrens auf freiem Fuß befunden.

Nur Stunden nach dem dem Anschlag flog das türkische Militär massive Angriffe auf PKK-Stellungen in den nordirakischen Kandil-Bergen. Zu den Zielen habe auch die mutmaßliche Kommandozentrale der PKK gehört.

Nach dem Anschlag in Ankara
tagesschau 20:00 Uhr, 14.03.2016, Rüdiger Baumann, ARD Istanbul

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"Fürchtet euch nicht"

Die türkische Hauptstadt steht - einmal mehr - unter Schock. Dreieinhalb Wochen nach dem verheerenden Anschlag auf einen Militärkonvoi im Regierungsviertel von Ankara ist es die nächste Katastrophe. "Fürchtet euch nicht", beschwor Präsident Recep Tayyip Erdoğan in der Nacht nach dem Anschlag seine Landsleute. Und er versprach, er werde den Terrorismus in die Knie zwingen.

Die US-Botschaft hatte vergangenen Freitag sehr konkret vor möglichen Terroranschlägen in Ankara gewarnt. Es seien strenge Sicherheitsmaßnahmen vorgenommen worden, versicherte Innenminister Efkan Ala: "Anweisungen wurden gegeben. Bedauerlicherweise können Terrorangriffe in keinem Land zu 100 Prozent verhindert werden."

Trauer und Verzweiflung in Ankara

Mehr als 200 Tote durch Terroranschläge in den vergangenen sieben Monaten, dazu Hunderte von getöteten Zivilisten, Soldaten, Polizisten und PKK-Guerillas. Die Spirale der Gewalt treibt immer mehr Menschen in pure Verzweiflung. "Das alles ist das Leben eines jungen Mädchens nicht wert!", klagte ein verzweifelter Mann vor einem Krankenhaus in Ankara auf der Suche nach einer 16-jährigen Verwandten. "Eure Religion, euer Vaterland, euer Faschismus, euer Machtstreben sind nicht das Leben eines jungen Mädchens wert. Euer Geld und euer Streben nach einem Präsidialsystem, das alles soll in Grund und Boden versinken!"

Mit Informationen von Reinhard Baumgarten, ARD-Studio Istanbul

Suche nach den Tätern von Ankara
R. Baumgarten, SWR
14.03.2016 13:59 Uhr

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