Peter Madsen  | Bildquelle: REUTERS

Tod der Journalistin Kim Wall Madsen soll lebenslang in Haft

Stand: 16.01.2018 15:06 Uhr

Die dänische Staatsanwaltschaft hat Peter Madsen wegen Mordes angeklagt und fordert lebenslange Haft für ihn. Er soll die Journalistin Kim Wall in seinem U-Boot umgebracht haben.

Geht es nach dem Willen der Staatsanwaltschaft, soll der dänische Erfinder Peter Madsen lebenslänglich im Gefängnis bleiben. Der 47-Jährige ist angeklagt, die schwedische Journalistin Kim Wall in seinem selbstgebauten U-Boot ermordet und ihre Leiche geschändet zu haben. "Es ist die Rede von einem sehr ungewöhnlichen und extrem ernsten Fall", erklärte Anklagevertreter Jakob Buch-Jepsen. Die Staatsanwaltschaft fordert deshalb eine lebenslange Freiheitsstrafe, wie die Polizei der dänischen Hauptstadt Kopenhagen mitteilte.

Journalistin Wall verschwand nach gemeinsamer Ausfahrt

Die Anklageschrift geht davon aus, dass Madsen den Mord an der 30-jährigen Wall geplant und gezielt vorbereitet habe. Wie er die Journalistin umbrachte, die ihn für eine Recherche auf einem Tauchgang seines selbstgebauten U-Boots "Nautilus" begleitet hatte, ist demnach noch nicht geklärt. Staatsanwalt Jepsen zufolge wurde sie erwürgt oder ihr die Kehle durchgeschnitten.

Wall war am 10. August 2017 verschwunden, elf Tage später wurde ihr Torso an der dänischen Küste angespült. Der Leichnam wies Stichverletzungen im Unterleib auf und muss den Untersuchungen zufolge beschwert worden sein, damit er unter Wasser sinkt.

Die Ermittler vermuten, dass der Tüftler mit der Tat sexuelle Gewaltphantasien auslebte. In seiner Werkstatt hatten sie Festplatten voller Videos gefunden, in denen Frauen gefoltert und grausam getötet werden. Rechtsmediziner hatten Madsen psychologisch begutachtet und halten ihn der Anklage zufolge für so gefährlich, dass Sicherheitsverwahrung angebracht sein könne, um weitere Verbrechen auszuschließen.

Forensiker untersuchen im August 2017 im Hafen von Kopenhagen das U-Boots Madsens. | Bildquelle: AP
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Forensiker untersuchen im August 2017 im Hafen von Kopenhagen das U-Boots Madsens.

Prozessbeginn am 8. März 2018 angesetzt

Madsen selbst hat während seiner Untersuchungshaft mehrere Versionen dessen präsentiert, was auf der gemeinsamen Ausfahrt passierte. Er behauptete erst, sie an der Küste abgesetzt zu haben, später sprach er davon, dass sie bei einem Unfall gestorben sei. Schließlich gestand Madsen, ihre Leiche zerstückelt und ins Meer geworfen zu haben; den Vorwurf einer sexuellen Gewalttat bestreitet er allerdings.

Madsens Anwältin Bettina Hald Engmark wollte die Anklageschrift zunächst nicht kommentieren. Der Prozess gegen den Tüftler soll am 8. März beginnen, acht Verhandlungstage sind angesetzt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 16. Januar 2018 um 15:45 Uhr.

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