Offenbar Tat von IS-Sympathisanten Angriff auf Juden in Marseille

Stand: 18.11.2015 22:37 Uhr

In Marseille ist ein Jude auf offener Straße angegriffen worden - offenbar von Sympathisanten der Terrororganisation "Islamischer Staat". Einer der Angreifer soll ihm ein Foto von Mohamed Merah gezeigt haben, einem Islamisten, der 2012 in Toulouse mehrere Juden ermordete.

Ein Lehrer einer jüdischen Schule ist im südfranzösischen Marseille mit einem Messer angegriffen und verletzt worden. Nach Polizeiangaben wurde der Mann am Abend von drei Männern attackiert. Diese hätten antisemitische Beleidigungen gerufen, sagte Polizeipräfekt Laurent Nuñez. Das Opfer trug eine Kippa und war damit für die Angreifer als Jude erkennbar.

Opfer nicht in Lebensgefahr

Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert den Marseiller Staatsanwalt Brice Robin mit den Worten, einer der drei habe ein T-Shirt mit Symbolen der Terrororganisation "Islamischer Staat" getragen. Ein anderer soll auf seinem Handy ein Bild des Islamisten Mohamed Merah gezeigt haben, der 2012 im südfranzösischen Toulouse sieben Menschen tötete. Ein Ziel von Merahs Angriffen war eine jüdische Schule.

Französische Soldaten patrouillieren in der U-Bahn von Marseille. | Bildquelle: REUTERS
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Französische Soldaten patrouillieren in der U-Bahn von Marseille. Auch in Frankreichs zweitgrößter Stadt gilt der Ausnahmezustand.

Der Angriff ereignete sich am Abend auf offener Straße im 13. Arrondissement, im Norden von Marseille. Die Angreifer hatten sich auf zwei Motorrollern genähert und ließen von ihrem Opfer ab, als ein Auto vorbeifuhr. Die Polizei fahndet mit einem Großaufgebot nach ihnen. Das Opfer sei nicht in Lebensgefahr, sagte der Polizeipräfekt.

Der IS hatte sich zu der Anschlagsserie in Paris bekannt, bei der am Freitag 129 Menschen getötet wurden. In ganz Frankreich gilt seitdem der Ausnahmezustand.

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