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Vorfall in Amsterdam Falschparker Grund für Terrorangst?

Stand: 11.06.2017 10:47 Uhr

Ein Vorfall in Amsterdam sorgte am Abend für Terrorangst: Ein Autofahrer fuhr in eine Menschenmenge und verletzte acht Menschen. Die Polizei geht aber nicht von Absicht aus. Der Mann war nach Berichten ein Falschparker, der losfuhr, als sich Polizisten ihm näherten.

Vor dem Amsterdamer Hauptbahnhof ist ein Autofahrer am Abend in eine Menschenmenge gerast. Dabei seien acht Menschen verletzt worden, zwei von ihnen schwer, teilte die niederländische Polizei im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Der Fahrer sei dann gegen eine Mauer gefahren und anschließend festgenommen worden. Nach einem ersten Verhör scheine es so, dass der Mann die Tat nicht beabsichtigt habe.

Falschparker wollte wohl Beamten entkommen

Niederländischen Medienberichten zufolge handelte es sich offenbar um einen Falschparker, der losraste, als Beamte den Mann ansprachen und seine Papiere verlangten. Er gab dann plötzlich Gas und fuhr mehrere Passanten auf dem Bahnhofsvorplatz an.

Politie Amsterdam eo @Politie_Adam
Verdachte gesproken. Lijkt niet te gaan om opzet maar een onwelwording, uiteraard doen we verder onderzoek om eea uit te sluiten.

Nach dem Vorfall trafen den Berichten zufolge mehrere Rettungswagen am belebten Bahnhofsvorplatz in der Amsterdamer Innenstadt ein. Zwei der Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht, die anderen sechs Verletzten wurden vor Ort behandelt. Der Mann wurde festgenommen und sollte auch medizinisch untersucht werden. Der Hauptbahnhof wurde nicht geräumt, der Vorplatz wurde schon wenige Stunden später wieder freigegeben.

Nach den Anschlägen mit Fahrzeugen in Nizza, Berlin und zuletzt in London weckte der Vorfall zunächst die Sorge vor einem weiteren Attentat. Erst am vergangenen Samstag hatten drei Angreifer in London einen Transporter in Fußgänger gesteuert, bevor sie mit einem Messer auf Menschen einstachen. Acht Menschen wurden getötet und 48 weitere verletzt.

Behörden in Alarmbereitschaft

Die niederländischen Behörden sind wegen der islamistischen Anschläge der vergangenen Jahre in Europa in hoher Alarmbereitschaft. Am Freitagabend nahm die Polizei in Eindhoven einen Mann fest, weil dieser am Rande eines Popkonzerts Filmaufnahmen machte. Der Mann befand sich am Samstagabend weiter in Polizeigewahrsam. Am 22. Mai hatte ein Selbstmordattentäter am Ende eines Konzerts der US-Sängerin Ariana Grande im englischen Manchester 22 Menschen getötet.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 10. Juni 2017 um 23:15 Uhr.

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