Kurdische Kämpfer nahe der irakischen Stadt Mossul, Archivbild | Bildquelle: dpa

Rachefeldzug im Irak? Peschmerga weisen Vorwürfe von Amnesty zurück

Stand: 20.01.2016 17:51 Uhr

Kurdische Kämpfer im Nordirak haben die schweren Vorwürfe von Amnesty International zurückgewiesen, wonach die Peschmerga aus Rache arabische Dörfer im Irak zerstört haben sollen. Für diese Anschuldigung gebe es keine Grundlage.

Nordirakische Kurden wehren sich gegen die schweren Anschuldigungen von Amnesty International. Die Menschenrechtsorganisation hatte behauptet, dass die Kämpfer absichtlich arabische Dörfer im Nordirak zerstört haben sollen. Demnach wurden Ortschaften planiert, in die Luft gesprengt oder angezündet. Die Organisation liege falsch und habe keine Dokumente, die Verbrechen der Peschmerga belegten, sagte dazu ein Funktionär der Peschmerga. Zudem habe Amnesty nicht die Sichtweise der kurdischen Peschmerga-Kämpfer eingeholt.

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Satellitenaufnahmen aus dem Irak von 2014 und 2015 im Vergleich

Satellitenaufnahme aus dem Januar 2015
Satellitenaufnahme aus dem Juni 2014

Kurdische Peschmerga-Kämpfer sollen laut Amnesty International absichtlich arabische Dörfer im Nordirak zerstört haben. Diese Aufnahmen zeigen das Dorf Tabaj Hamid im Juni 2014 und Januar 2015 im Vergleich.

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Mehr als 100 Augenzeugenberichte

Laut Amnesty hatten die Kämpfer die Dörfer von der Terrormiliz "Islamischer Staat" zurückerobert. Die Taten seien dann aus Rache an arabischen Bewohnern geschehen, weil diese angeblich den IS unterstützt hatten. Nach Angaben der Organisation könnten die Zerstörungen Kriegsverbrechen gleichkommen.

Zivilisten seien außerdem von kurdischen Kämpfern davon abgehalten worden, in ihre Dörfer zurückzukehren, erklärte Donatella Rovera, die Verantwortliche für die Feldstudien des Berichts. Dieser basiert unter anderem auf mehr als 100 Augenzeugenberichten und Satellitenbildern.

"Kräfte der Kurdischen Regionalregierung (KRG) im Irak scheinen die Speerspitze einer konzertierten Aktion zu sein, die arabischen Gemeinden durch die Zerstörung ganzer Dörfer im Nordirak mit Gewalt verdrängen will", so Rovera.

Die KRG erklärte wiederum, Zivilisten seien zu ihrer eigenen Sicherheit an der Rückkehr gehindert worden. Sprengfallen und selbstgebaute Bomben stellten eine Gefahr dar, hieß es. Diese werden vom IS häufig zurückgelassen, wenn die Islamisten sich zurückziehen.

Im Oktober vergangenen Jahres hatte Amnesty den kurdischen Truppen bereits Vertreibungen der Zivilbevölkerung in Nordsyrien vergeworfen.

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