Menschen warten darauf, aus Aleppo gebracht zu werden.  | Bildquelle: REUTERS

Evakuierung aus Aleppo Tausende verlassen die Ruinen

Stand: 19.12.2016 16:12 Uhr

Busse verlassen stetig die lange umkämpfte syrische Stadt Aleppo. Allein 4500 Menschen konnten seit Mitternacht in Sicherheit gebracht werden, so der türkische Außenminister Cavusoglu bei Twitter. Immer noch sollen sich Tausende im Rebellengebiet aufhalten.

Zivilisten und Kämpfer können wieder aus der lange umkämpften und in Teilen zerstörten syrischen Stadt Aleppo gebracht werden. 4500 von ihnen seit Mitternacht, so der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu im Kurzmitteilungsdienst Twitter. Zu der Zahl, die in den vergangenen Tagen bislang die Stadt verlassen hat, gibt es unterschiedliche Angaben. Cavusoglu sprach zunächst von 12.000, inzwischen wird er mit der Information zitiert, bislang seien rund 20.0000 Menschen aus den ehemaligen Rebellengebieten von Aleppo gebracht worden.

Mevlüt Çavuşoğlu @MevlutCavusoglu
Including 4500 people in East #Aleppo since midnight, 12000 civilians in total were evacuated so far to the area under control of opposition

Gerettet wurden auch fast 50 Kinder aus einem Waisenhaus, so das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef. Einige der Kinder sind in kritischem Zustand, haben Verletzungen, leiden unter Wassermangel.

Rund 20 Busse mit Bewohnern aus Aleppo seien am Sammelpunkt westlich der Stadt eingetroffen, sagte Ahmad al-Dbis, Chef einer Gruppe Mediziner und Freiwilliger, die dort die Evakuierungen koordiniert.

Evakuierung von Aleppo wieder angelaufen
tagesschau 14:00 Uhr, 19.12.2016, Volker Schwenck, ARD Kairo

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Zwei Dörfer mit taktischer Bedeutung

Zur gleichen Zeit wurden etwa 500 Menschen aus den belagerten schiitischen Dörfern Fua und Kafraja in der Provinz Idlib evakuiert, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Die Dörfer werden von Regierungstruppen gehalten, sind aber von Rebellen umzingelt. Zehn Busse hätten die Ortschaften nun verlassen können und seien auf dem Weg in Gebiete in Regierungshand in Aleppo, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Menschen sitzen in und auf Bussen. | Bildquelle: AFP
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Menschen werden in Sicherheit gebracht - nicht nur aus Aleppo.

Die Evakuierungen aus Ost-Aleppo waren in den vergangenen Tagen immer wieder ausgesetzt worden. Die Pläne sind mit dem Schicksal der Dörfer Fua und Kafraja verknüpft. Die Freilassung Verwundeter und anderer Zivilisten aus den beiden belagerten Dörfern war eine Bedingung für die Wiederaufnahme der Evakuierungen aus Ost-Aleppo.

Insbesondere die von Iran unterstützten Milizen, die auf der Seite der syrischen Regierung kämpfen, hatten dies gefordert.

Am Dienstag wollen die Außenminister Russlands, der Türkei und des Iran in Moskau beraten, wie es mit Aleppo weiter geht. Große Fortschritte werden nicht erwartet, hieß es aus dem türkischen Außenministerium. Es gebe aber allen Beteiligten die Möglichkeit, einander zuzuhören.

UN-Sicherheitsrat schickt Beobachter

Beraten wurde heute auch wieder in New York. Der UN-Sicherheitsrat beschloss eine gemeinsame Resolution zur Entsendung von Beobachtern nach Aleppo. Russland hatte zunächst sein Veto gegen einen von Frankreich eingebrachten Resolutionstext angekündigt, der den Vereinten Nationen sofortigen und bedingungslosen Zugang nach Aleppo ebnen sollte.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Dezember 2016 um 12:00 Uhr.

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