Leere Busse auf dem Weg nach Ost-Aleppo | Bildquelle: AFP

Ost-Aleppo Evakuierung stockt

Stand: 21.12.2016 11:38 Uhr

Wieder geht es nicht weiter in Ost-Aleppo: Die Evakuierung der letzten Rebellengebiete wurde gestoppt. Augenzeugen berichten von Menschen, die in winterlicher Kälte in Bussen ausharren. Unterdessen sollen mehr UN-Beobachter die Evakuierung überwachen.

Die Evakuierung der letzten Rebellengebiete in der nordsyrischen Stadt Aleppo ist erneut unterbrochen worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, am Dienstag seien 60 Busse in die Viertel im Osten der Stadt gefahren, hätten diese bislang aber nicht verlassen. Syrische Militärkreise begründeten den Stopp damit, dass Rebellen neue Bedingungen gestellt hätten. Aktivisten wiederum machten die mit der Regierung verbündeten iranische Milizen verantwortlich. Zuvor hatte es geheißen, die letzten Kämpfer und Zivilisten sollten die Stadt im Laufe des Tages verlassen.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Die Nachrichtenagentur dpa schreibt unter Berufung auf Augenzeugenberichte, zahlreiche Menschen säßen seit rund 36 Stunden in den Bussen fest. Sie frören bei der Winterkälte und seien hungrig. Bilder zeigten, dass es in Aleppo geschneit hat. Nach Angaben der Menschenrechtler stockt auch der Transport von Zivilisten aus den beiden von Rebellen belagerten Orten Fua und Kafraja im Nordwesten Syrien. Die Menschen dürfen die Orte im Gegenzug für die Evakuierung Ost-Aleppos verlassen. Am Dienstag hätten sich acht Busse auf den Weg in Regierungsgebiete gemacht. Es sei jedoch unklar, wo die Fahrzeuge geblieben seien, erklärten die Menschenrechtsbeobachter.

Mehr UN-Beobachter

Die Evakuierung Ost-Aleppos in dem Bürgerkriegsland hatte am vergangenen Donnerstag begonnen, wurde dann aber nach dem Ausbruch neuer Gewalt für einige Tage unterbrochen und am Sonntag wieder aufgenommen. Seit Beginn der Evakuierung haben laut dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) etwa 25.000 Menschen die letzten Rebellengebiete der nordsyrischen Stadt verlassen. Die Syrische Beobachtungsstelle spricht von 16.000 Menschen. Die Vertriebenen kommen in anderen von Rebellen kontrollierten Gebieten in den Provinzen Aleppo und Idlib unter. Wie viele Menschen noch in Ost-Aleppo ausharren, ist weiter unklar.

Unterdessen erhöhen die UN die Zahl ihrer Beobachter, die die Evakuierungsaktionen überwachen und über die Lage der noch verbliebenen Bewohner berichten sollen. Dem stimmte die syrische Regierung zu.

Konkret geht es um die Stationierung von weiteren 20 UN-Mitarbeitern. Damit erhöhe sich die Zahl der Beobachter in Aleppo auf 120, sagte ein UN-Sprecher in Genf. Rund 90 davon seien syrische Staatsbürger. Sie hätten allerdings keinen direkten Zugang zu den Evakuierungsbussen und den Menschen darin.

Evakuierung von Aleppo stockt weiter
Tagesschau24 11:00 Uhr, 21.12.2016

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Neue Friedensgespräche in Kasachstan?

In Moskau traf am Dienstag der russische Außenminister Sergej Lawrow mit seinen türkischen und iranischen Amtskollegen zusammen, um über eine Beilegung des Syrienkonflikts zu beraten. Die drei Staaten würden sich als Garantiemächte für ein Friedensabkommen zwischen der syrischen Regierung und der Opposition anbieten, teilte er nach dem Treffen mit. Eine entsprechende Erklärung hätten die drei Minister unterzeichnet. Darin drücke die Troika ihre Bereitschaft aus, "der syrischen Regierung und Opposition bei dem Aushandeln eines Abkommens zu helfen und als seine Garanten zu agieren." Kasachstan habe sich bereits als Gastgeber für neue Friedensgespräche angeboten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Dezember 2016 um 12:00 Uhr.

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