Menschen im zerstörten Aleppo | Bildquelle: AFP

UN-Menschenrechtskommission Hunderte Zivilisten aus Aleppo verschwunden

Stand: 09.12.2016 14:03 Uhr

Hunderte Männer sind auf dem Weg vom Rebellengebiet Aleppos in von der Regierung kontrollierte Teile der Stadt offenbar verschwunden. Laut UN fehlt von ihnen jede Spur. Derweil relativierte Russlands Außenminister Lawrow die angekündigte Feuerpause.

Hunderte Männer aus dem umkämpften Ostteil der nordsyrischen Stadt Aleppo sind offenbar verschwunden. Sie seien nach ihrer Flucht vor der Gewalt in Ost-Aleppo unauffindbar, erklärte ein Sprecher des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte in Genf. Die Männer im Alter zwischen 30 und 50 Jahren hätten in Gebieten der Stadt und im Umland Schutz gesucht, die von Assad-Truppen kontrolliert werden. Sie könnten verschleppt, inhaftiert oder getötet worden sein, sagte der Sprecher.

100.000 Menschen eingeschlossen

Laut UN sind die Gefechte in Ost-Aleppo abgeflaut. Doch die Lage der 100.000 Zivilisten, die dort noch ausharrten, sei katastrophal. Die UN-Sonderbeauftragte für Kinder in bewaffneten Konflikten, Leila Zerrougui, erklärte, die meisten dort Eingeschlossenen seien minderjährig. Sie forderte die Konfliktparteien auf, Kinder unter allen Umständen zu schonen.

UN: Extremisten hindern Zivilisten an Flucht

Syrische Aufständische hindern nach UN-Angaben Zivilisten an der Flucht aus Ost-Aleppo. Der Sprecher des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte sagte, Bewohner der Rebellengebiete könnten diese nicht verlassen, weil sie von "bewaffneten Gruppen der Opposition" festgehalten würden. Dabei handle es sich vor allem um die extremistische Fateh-al-Scham-Front, die frühere Al-Nusra-Front.

Hunderte Männer werden laut UN in Aleppo vermisst
tagesschau 20:00 Uhr , 09.12.2016, Stephan Lenhardt, ARD Genf

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Russland: Angriffe auf "Banditen" gehen weiter

Unterdessen lehnte Russlands Außenminister Sergej Lawrow eine Einstellung der Luftangriffe auf die Rebellengebiete im Osten Aleppos ab. "Die Angriffe werden so lange weitergehen, wie noch Banditen in Aleppo sind", sagte Lawrow am Rande des OSZE-Ministerrats in Hamburg. Er kritisierte zugleich westliche Äußerungen zur Lage in der syrischen Stadt Aleppo als "hysterisch".

Lawrow relativierte auch seine Ankündigen vom Donnerstagabend zu einer Feuerpause in Aleppo. Er sprach nun von einer "humanitären Unterbrechung" der Angriffe. Ziel sei gewesen, "dass Zivilisten die Stadt verlassen konnten, die dies wollten". Von einer Einstellung der Kampfhandlungen sei nie die Rede gewesen.

Derzeit läuft eine Großoffensive der Regierungstruppen auf Aleppo, die die gesamte Stadt zurückerobern wollen. Die Metropole ist seit Jahren umkämpft und war bis vor kurzem in einen von der Regierung kontrollierten Westen und einen von Rebellen gehaltenen Osten geteilt. Mittlerweile kontrolliert die syrische Armee aber wieder mehr als 85 Prozent von Ost-Aleppo.

Über dieses Thema berichteten Deutschlandfunk am 09. Dezember 2016 um 14:00 Uhr und NDR Info um 14:15 Uhr in den Nachrichten.

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