Menschen bei Aleppo auf der Flucht  | Bildquelle: AP

Kampf um Rebellengebiet Tausende fliehen aus Ost-Aleppo

Stand: 28.11.2016 14:02 Uhr

Nach dem Vorrücken der syrischen Regierungstruppen fliehen Tausende Menschen aus Ost-Aleppo: Die syrische Armee hatte zuletzt Erfolge im Kampf gegen die Rebellen vermeldet. Fällt Aleppo, könnte das ein Wendepunkt im syrischen Bürgerkrieg sein.

Von Anna Osius, ARD-Hörfunkstudio Kairo

"Gott, Syrien und niemand anderes als Bashar al Assad" singen sie für die Kamera: Syrische Staatsmedien zeigen, wie Flüchtlinge in Bussen des Regimes aus dem Ostteil Aleppos herausgefahren werden. Ein Vorsänger im Bus preist den syrischen Präsidenten und einige wenige im Bus singen mit.

Die Frauen, Kinder und alten Männer im Bus sehen erschöpft aus. Sie kommen direkt aus dem Krieg. "Wir hatten ein schreckliches Leben", erzählt eine junge Mutter. "Wir sahen den Tod vor Augen. Es gab kein Brot, kein Essen, keinen Zucker, nichts." Ein alter Mann ergänzt: "Unser Brot mussten wir mit Gerste backen, wir hatten keine Arbeit und kein Geld."

Tausende Zivilisten auf der Flucht aus Aleppo
tagesschau 17:00 Uhr, 28.11.2016, Stefan Maier, ARD Kairo

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Rund 10.000 Menschen sind vor den Kämpfen auf der Flucht, berichten Menschenrechtsaktivisten. Teilweise werden die Zivilisten in den von der syrischen Regierung kontrollierten Westteil der Stadt gebracht. Andere fliehen in die immer noch von Regierungsgegnern gehaltenen Stadtviertel.

"Jeder, der die Hauptstraßen des belagerten Aleppos sieht, wäre sich sicher, dass der Weltuntergang gekommen ist", schreibt ein Aktivist auf Facebook. Zehntausende Vertriebene seien zu Fuß auf den Straßen unterwegs. Verletzte würden zu dem gebracht, was von den zerstörten Notaufnahmen noch übrig sei. Ein Bewohner Aleppos sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Es ist alles vorbei."

Regierungstruppen rücken immer weiter vor

Die syrischen Regierungstruppen rücken immer weiter vor: Sie konnten offenbar den gesamten Nordosten Aleppos unter ihre Kontrolle bringen. Das sei die schwerste Niederlage für die Opposition seit Beginn der Revolution, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Mehrere Stadtteile sind jetzt wieder in der Hand des syrischen Machthabers Assad. Es gab heftige Gefechte. Auch das strategisch wichtige Viertel Sachur sei zurückerobert worden, berichten Staatsmedien. Teile der Opposition wollen das noch nicht ganz bestätigen. Einige Straßen seien immer noch hart umkämpft, erklärt ein oppositioneller Aktivist. Allerdings sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Regimeeinheiten alles eingenommen haben. "Wenn Sachur fällt, bedeutet das, dass sieben oder acht andere Viertel automatisch auch in die Hände der Regierung fallen, weil es für diese Viertel keine Nachschubwege mehr gibt."

Aufteilung in Aleppo
tagesschau 17:00 Uhr, 28.11.2016

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Staatsfernsehen feiert Rückeroberung

Das syrische Staatsfernsehen berichtet live aus Aleppo und feiert die stückweise Rückeroberung des Ostens. Um die Zivilisten in den umkämpften Gebieten zur Flucht zu bewegen, werden bewusst Kinder eingesetzt.

Mehrere Schüler aus Westaleppo verlesen zum Beispiel am Morgen im Staatsfernsehen Botschaften an ihre Landsleute im Ostteil - nach einer Nacht voller Kämpfe und Bombardement:

"Liebe Freunde, liebe Geschwister in Ost-Aleppo, ich wünsche euch einen sonnigen Morgen. Wir sehnen uns nach euch, wir sind doch alle eine Familie. Unsere Häuser sind bereit, euch zu empfangen. Unsere Schulen sind bereit, eure Kinder aufzunehmen. Habt keine Angst vor diesen Verbrechern, denn die Helden und Soldaten der syrischen Armee werden euch von ihnen befreien."

Mit Verbrechern meint die Regierung die syrische Opposition. Die Kämpfe um Ost-Aleppo dürften Beobachtern zufolge in den kommenden Tagen weiter zunehmen. Syriens Machthaber Assad hat eine Großoffensive am Boden gestartet, um die Stadt wieder vollständig unter seine Kontrolle zu bringen. Der UN-Sondergesandte Stafan de Mistura warnte bereits in der vergangenen Woche: Wenn die Kämpfe in dieser Intensität weitergingen, werde es spätestens zu Weihnachten kein Ost-Aleppo mehr geben.

10.000 Menschen vor Kämpfen in Ostaleppo auf der Flucht
A. Osius, ARD Kairo
28.11.2016 12:10 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 28. November 2016 um 12:25 Uhr im Deutschlandfunk.

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