Eine Air-Berlin-Maschine steht auf dem Rollfeld | Bildquelle: dpa

Streit um Flughafengebühren Air-Berlin-Jet strandet auf Island

Stand: 20.10.2017 17:08 Uhr

Ein Flugzeug der insolventen Fluglinie Air Berlin darf nicht mehr von Island abheben. Die deutsche Fluggesellschaft habe Gebühren nicht gezahlt, begründete der Flughafenbetreiber von Keflavik die Maßnahme. Die rund 70 Passagiere mussten umdisponieren.

Wegen unbezahlter Rechnungen steckt ein Air-Berlin-Flieger in Island fest. Der Betreiber des Keflavik-Airports unweit der Inselhauptstadt Reykjavik teilte mit, die deutsche Fluggesellschaft habe die Flughafengebühren nicht beglichen. Deshalb wurde der Flug in Richtung Düsseldorf gestrichen.

Air Berlin teilte mit, den Flughafen aufgefordert zu haben, sein rechtswidriges Handeln umgehend zu beenden. "Es ist nicht akzeptabel und geht zulasten der Passagiere." Sämtliche seit der Insolvenzanmeldung am 15. August 2017 anfallenden Rechnungen seien pünktlich bezahlt worden. "Wir haben dem Flughafen Keflavik mehrfach mitgeteilt, dass er eventuell bestehende Forderungen von vor dem 15. August 2017 aufgrund des geltenden Insolvenzrechts zur Insolvenztabelle anmelden muss."

Ein Konzernsprecher ergänzte, die rund 70 Passagiere für den nach Düsseldorf gebuchten Flug seien kurze Zeit später in einer anderen Maschine nach Berlin geflogen. Von der Hauptstadt aus seien die Fluggäste dann per Flieger weiter nach Düsseldorf gelangt.

Air Berlin musste zuletzt aus Kostengründen sein Langstreckenprogramm Schritt für Schritt eindampfen. Der restliche Flugbetrieb aus eigener Regie endet wohl am 28. Oktober. Die Lufthansa kauft für 210 Millionen Euro die Töchter Niki und LGW. Air Berlin verhandelt derzeit noch mit dem britischen Billigflieger Easyjet über die Übernahme von 25 Maschinen am Standort Berlin.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Oktober 2017 um 13:00 Uhr.

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