Sartaj Aziz bie Friedensverhandlungen in Islamabad | Bildquelle: AP

Friedensallianz für Afghanistan "Maximale Anzahl Taliban"

Stand: 06.02.2016 11:29 Uhr

In Islamabad hat das dritte Treffen der neuen Friedensallianz für Afghanistan begonnen. Vertreter mehrerer Länder, darunter die USA und China, wollen einen Fahrplan für Friedensverhandlungen erstellen. Dabei sollen möglichst viele Taliban-Gruppen einbezogen werden.

In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad hat die dritte Runde von Gesprächen über die Aufnahme von Friedensverhandlungen mit den afghanischen Taliban begonnen. An den Gesprächen nahmen Vertreter Afghanistans, Pakistans, Chinas und der USA teil.

Der pakistanische Außenberater Sartaj Aziz sagte in der Eröffnungsrede, man wolle eine "maximale Anzahl Taliban-Gruppen" dazu bewegen, an Gesprächen teilzunehmen. "Aus unserer Sicht ist ein klarer, gut definierter und umsetzbarer Fahrplan für den Friedensprozess zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban-Gruppen wichtig", sagte Aziz.

Der Drei-Stufen-Plan

Ein von der Zeitung "Dawn" zitierter Informant beschrieb den Plan wie folgt: In einer ersten Phase sollten Botschaften zur Annäherung an die Taliban entwickelt werden. Außerdem solle festgestellt werden, welche Gruppen an Gesprächen interessiert seien. In einer zweiten Phase werde bis Ende März entschieden, wie die Verhandlungen aussehen sollten. In der dritten Phase, "im April", würde Afghanistan Einladungen aussprechen.

Afghanistans Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah hatte während einer Indienreise gesagt, er denke, dass Friedensgespräche innerhalb von sechs Monaten beginnen könnten. Die Aufständischen hatten sich gegen den Prozess ausgesprochen.

Zuletzt waren Gesprächsversuche im Juli gescheitert, nachdem der Tod des langjährigen Taliban-Führers Mullah Omar bekanntgeworden war. Das hatte die Taliban in interne Machtkämpfe gestürzt.

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