Sartaj Aziz bie Friedensverhandlungen in Islamabad | Bildquelle: AP

Afghanistan-Gespräche in Pakistan Kein Frieden ohne die Taliban

Stand: 06.02.2016 20:50 Uhr

Die USA, China, Afghanistan und Pakistan haben sich bei einem Treffen für direkte Friedensgespräche mit den Taliban ausgesprochen. Ob die radikalislamischen Kämpfer dazu bereit sind, ist allerdings offen. Militärische Erfolge stärken ihre Position.

In Pakistan haben sich vier Länder auf einen Fahrplan für eine Friedenslösung in Afghanistan und direkte Friedensgespräche zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban bis Ende Februar geeinigt. Das teilten die Teilnehmer aus Afghanistan, Pakistan, China und den USA nach dem Ende ihrer dritten Gesprächsrunde mit. Sie riefen die Taliban ausdrücklich auf, sich am Friedensprozess zu beteiligen. Weitere Details wurden nicht genannt.

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Die Taliban hatten an dem Treffen der Vier-Länder-Allianz in Islamabad nicht teilgenommen. Derzeit ist unklar, ob sie zu direkten Gesprächen mit der afghanischen Regierung bereit sind. Ihre militärischen Erfolge und die interne Zerstrittenheit nach dem Tod des langjährigen Taliban-Chefs Mullah Mohammad Omar könnten sich negativ darauf auswirken. In der Vergangenheit hatten Vertreter der Taliban zudem darauf bestanden, zunächst mit US-Vertretern zu verhandeln, bevor sie mit Kabul sprechen.

Werben um die Taliban

Der außenpolitische Berater der pakistanischen Regierung, Sartaj Aziz, sagte, die Bemühungen müssten darauf hinauslaufen, die größtmögliche Anzahl von Taliban-Gruppierungen an den Verhandlungstisch zu holen. "Aus unserer Sicht ist ein klarer, gut definierter und umsetzbarer Fahrplan für den Friedensprozess zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban-Gruppen wichtig", sagte Aziz.

Für viele Taliban-Kommandeure gebe es dafür aber keine Anreize, weil sie nach den jüngsten militärischen Erfolgen sicher seien, den Krieg gegen die afghanische Regierung zu gewinnen, sagte Imtiaz Gul, Direktor des Instituts für Forschung und Sicherheitsstudien in Pakistan.

Der Drei-Stufen-Plan

Ein von der Zeitung "Dawn" zitierter Informant beschrieb den Fahrplan der afghanischen Regierung wie folgt: In einer ersten Phase sollten Botschaften zur Annäherung an die Taliban entwickelt werden. Außerdem solle festgestellt werden, welche Gruppen an Gesprächen interessiert seien. In einer zweiten Phase werde bis Ende März entschieden, wie die Verhandlungen aussehen sollten. In der dritten Phase, "im April", würde Afghanistan Einladungen aussprechen.

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