Ein Krankenwagen am Ort des Selbstmordanschlags in Dschalalabad | Bildquelle: GHULAMULLAH HABIBI/EPA-EFE/REX/S

Afghanistan Weiterer Anschlag auf Fest mit Taliban

Stand: 17.06.2018 20:40 Uhr

Erneut ist ein Selbstmordattentat auf eine Feier mit Taliban-Kämpfern, Sicherheitskräften und Zivilisten verübt worden. Mindestens 19 Menschen wurden getötet. Die ausgerufene Waffenruhe wollen die Taliban beenden.

Auf ein Fest von Taliban-Kämpfern, Sicherheitskräften und Zivilisten im afghanischen Dschalalabad ist ein Selbstmordattentat verübt worden. 19 Menschen wurden getötet und 60 verletzt.

Schon am Samstag waren bei einem ähnlichen Fest 36 Menschen getötet und 65 verletzt worden. Es wurde zum Ende des Fastenmonats Ramadan begangen. Aus diesem Anlass hatten die Regierung und die Taliban eine dreitägige Waffenruhe vereinbart. Viele Taliban strömten daraufhin in von Regierungstruppen kontrollierte Städte und feierten.

Präsident Ashraf Ghani verlängerte die Waffenruhe um zehn Tage. Afghanische Sicherheitskräfte dürften sich aber gegen Angriffe verteidigen, teilte eine Sprecherin Ghanis mit. Die Regierung hofft auf eine unbefristete Dauer, um einen Weg zum Frieden zu finden. Auch der Friedensrat rief die Taliban auf, die Kämpfe auch nach den Feiertagen ruhen zu lassen.

Kabuler machen Fotos mit Taliban | Bildquelle: REUTERS
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Viele Taliban waren in die Städte gekommen und feierten mit der Bevölkerung.

Taliban beenden Waffenruhe

Die Taliban wollen jedoch die Waffenruhe wie ursprünglich vereinbart beenden und ab Montag ihre "normalen Einsätze" fortsetzen. "Alle Mudschahedin sollen ihre Aktionen gegen ausländische Eindringlinge und deren Marionetten fortsetzen", hieß es in einer Stellungnahme von Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid.

Medien berichteten, dass Taliban in den Provinzen Kandahar und Helmand bereits wieder Stellungen von Sicherheitskräften angegriffen hätten.

Jedoch bekunden die Taliban Interesse an Friedensverhandlungen zur Beendigung des Konflikts. Treffen mit der afghanischen Regierung lehnten sie aber ab, sie wollen nur mit den USA verhandeln.

Der "Islamische Staat" beteiligt sich nicht an der Vereinbarung. Auch deshalb fiel der Verdacht auf die Terrormiliz, sie könnte für den Anschlag in Dschalalabad verantwortlich sein.

Offenbar keine Verlängerung der Feuerpause
Bernd Musch-Borowska, ARD Neu Delhi
17.06.2018 13:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Juni 2018 um 18:26 Uhr.

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