Gelbe Säcke mit wiederverwertbarem Hausmüll.

Ärger über Gelben Sack "Reif für die Tonne"

Stand: 20.07.2018 12:14 Uhr

Alles andere als reißfest: Der Gelbe Sack für Verpackungsabfälle verärgert mittlerweile auch den Bundestag. Eine Forderung lautet: Das Umweltministerium solle sich des Problems annehmen - und eine Alternative entwickeln.

Nicht nur Verbrauchern reißt der Geduldsfaden: Der Gelbe Sack für Verpackungsabfälle beschäftigt nun auch den Bundestag. Wie die "Saarbrücker Zeitung" berichtet, kritisiert das Parlament auf Initiative des Petitionsausschusses die schlechte Beschaffenheit der Säcke. Das Material sei oftmals sehr dünn und "reißt dementsprechend schnell - häufig schon beim Abtrennen von der Rolle", heißt es in einem Beschlusspapier.

Die Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl, sagte, der Gelbe Sack sei längst reif für die Tonne. "Die Probleme, die er den Bürgerinnen und Bürgern bereitet, zeigen deutlich, dass sich unser Abfallsystem mit geteilten Zuständigkeiten für Verpackungen und Restmüll nicht bewährt hat. Darüber hinaus trägt der Gelbe Sack zur Plastikvermüllung unserer Umwelt bei", so Kotting-Uhl in einem schriftlichen Statement an tagesschau.de.

Ein Arbeiter wirft gelbe Säcke in ein Fahrzeug der städtischen Müllabfuhr | Bildquelle: AP
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Ab auf den Müllhaufen der Geschichte: Der Gelbe Sack beschäftigt nun auch die Politik.

Umstellung auf gelbe Tonne?

Ein Sprecher des Dualen Systems Deutschland räumte der "Saarbrücker Zeitung" zufolge die Probleme ein. Verbesserungen der Qualität des Gelben Sacks seien geplant. Auch der Umweltexperte der Linken, Ralph Lenkert, forderte das Aus für den Sack. Flächendeckend müsse auf die gelbe Tonne umgestellt werden "und das organisiert in kommunaler Hoheit".

"Um der immensen Plastikflut Herr zu werden, die längst die Weltmeere erreicht hat und über die Nahrungskette inzwischen zu uns zurückkommt, wird es aber auch nicht ohne Verbote bestimmter Stoffe und Produkte gehen", erklärte Kotting-Uhl. Das Umweltministerium müsse sich nun der Sache annehmen.

Über dieses Thema berichtete Quer im BR am 14. Dezember 2017 um 20:15 Uhr.

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